UNDP - Bericht über die menschliche Entwicklung 1997: ARMUT

Wien (OTS) - Einladung zur Pressekonferenz anläßlich der Präsentation des UNDP-Berichtes

Donnerstag, 12.Juni 1997 im Parlament, Budgetsaal

10:00 UhrEröffnung, Begrüßung und Präsentation des UNDP-Berichts durch Dr. Benita Ferrero-Waldner Dr. Kerstin Leitner (UNDP New York) Dr. Alfred Gusenbauer

11:00 UhrPressekonferenz

UNDP - Bericht über die menschliche Entwicklung 1997: ARMUT

Obwohl in vielen Teilen der Welt die Armut dramatisch verringert wurde, lebt nach wie vor ein Viertel der Weltbevölkerung in größter Armut. Ein Skandal, der auf beschämende Ungleichheiten und unverzeihliche Fehlschläge nationaler und internationaler Politik zurückzuführen ist.

- Wo herrscht die gößte Armut ? In Niger, Sierra Leone, Burkina Faso, Äthiopien, Mali, Kambodscha und Mosambik leiden jeweils mehr als 50 % der Einwohner unter den verschiedenen Formen menschlicher Armut. Afrika südlich der Sahara weist den höchsten prozentualen Anteil von Armen auf, die GUS und Osteurtopa mußten in den letzten Jahren enorme Rückschläge hinnehmen, in den Entwicklungsländern insgesamt lebt ein Viertel der Menschen unter der Armutsgrenze - und nicht nur dort. In der EU geben Portugal, Italien, Griechenland Bevölkerungsanteile von über 20% als arm an.

Und aufgrund eines wachsenden globalen Drucks droht eine weitere Zunahme der Armut. Die Gefahrensignale sind deutlich: verlangsamtes Wirtschaftswachstum, Stagnation und sogar Rückgang in rund 100 Entwicklungs- und Reformländern, anhaltende Konflikte in 30 Ländern, die meisten davon in Afrika, verlangsamte Fortschritte in Schlüsselbereichen, wie zB. Ernährung, Zunahme von Gesundheitsgefahren wie HIV/AIDS, steigende Arbeitslosigkeit und die Aushöhlung der Schutzvorkehrungen gegen die Armut durch den Abbau von Sozialleistungen, um nur einige zu nennen.

Um Chancen zu eröffenen, um Arbeitsplätze zu schaffen und ein weiteres Abrutschen zu vermeiden, muß die Globalisierung auf nationaler und internationaler Ebene besser gesteuert werden. Hierzu gehören eine zielgerichtete Politik und mehr Fairness in den Regeln und Bedingungen für arme und wirtschafts- schwache Länder und für die Männer und Frauen in diesen Ländern. Denn es fehlt nicht an Ressourcen oder ökonomischen Lösungen. Es fehlt an der politischen Antriebskraft, um frontal gegen die Armut vorzugehen. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, unter denen staatliche Politik ebenso wie Marktkräfte oder Zivilgesellschaften den höchstmöglichen Beitrag zur Ausrottung der Armut leisten können.

Der Bericht von UNDP fordert daher eine auf Menschen ausgerichtete Strategie, die die Armen in die Lage versetzt, ihren Kampf gegen die Armut zu gewinnen. Dazu gehört die Gewährleistung der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und bürgerlichen Rechte der Armen, der Zugang zu Miet- und Pachtverhältnissen für Land und Wohnung, der Zugang zu Krediten und anderen Finanzdiensten, Bildung und Gesundheitsversorgung, sauberes Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen sowie ein soziales Sicherheitsnetz, das verhindert, daß Menschen verelenden.

Schuldenerlaß, Konfliktlösung und Wiederaufbau, Öffnung der globalen Märkte, mehr und gezieltere Hilfe sowie die Stärkung der Vereinten Nationen zählt die UNDP zu den unabdingbaren Verpflichtungen auf internationaler Ebene. Werden diese erfüllt, so UNDP, wird Armut im 21. Jahrhundert vermeidbar sein und ebenso wie Sklaverei, Kolonialismus und der Atomkrieg der Geschichtre angehören.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter der wiener Telefonnummer 317 30 90-317 (Petra Navara-Unterluggauer) zur Verfügung.

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