Baugewerbe drängt auf rasche Poly-Reform

Lahofer: "Die erste Berufsschulklasse soll in die Polytechnische Schule vorgezogen werden"

Wien (PWK) - Die Bundesinnung der Baugewerbe drängt auf eine
rasche Poly-Reform. Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer bezeichnete den vorliegenden Entwurf zur Reform der Polytechnischen Schule zwar als einen ersten vernünftigen Schritt, angesichts der dramatischen Entwicklung bei den Lehrlingen müsse diese Reform jedoch zügig umgesetzt werden. Der Entwurf sieht vor, daß das 9. Schuljahr zur Hälfte fachbereichbezogen zur Vorbereitung auf den künftigen Beruf verwendet wird. Die Fachbereiche umfassen etwa Bau, Holz, Metall, Elektro, Handel, Büro, Dienstleistungen und Tourismus. Der Schulleiter der Berufsschule oder der Landesschulrat hat vom Gesetz her die Möglichkeit, diese Vorbildung anzuerkennen und somit eine Verkürzung der Berufsschulzeit zu bewirken", betonte der Bundesinnungsmeister. ****

Lahofer sieht für alle Betroffenen Vorteile in diesem Modell:

Für den Betrieb wäre damit die Ersparnis der berufsschulbedingten Kosten der ersten Klasse (ca. 77.000,-Schilling) verbunden und der Lehrling stünde dem Betrieb 12 Wochen länger als bisher zur Verfügung. Außerdem müßte bei Einstellung des Lehrlings nicht bei "Null" begonnen werden, sondern man würde bereits auf berufseinschlägige Vorkenntnisse aufbauen können.

Der Lehrling erspart sich eine Berufsschulklasse, die damit verbundenen Kosten (2/3 Internats- und Verpflegungskosten), hat aufgrund seiner fachlichen Vorbildung höhere Chancen eine Lehrstelle zu bekommen und kann unter bestimmten Bedingungen früher zur Lehrabschlußprüfung antreten.

Den Betrieben steht ein Potential von bereits mit Grundkenntnissen ausgestatteten Jugendlichen zur Verfügung. Die Bereitschaft zur Einstellung von Lehrlingen steigt.

Der Polytechnische Lehrgang wird aufgewertet und sichert seine Existenzberechtigung.

Das 9. Schuljahr würde damit auch den Nimbus einer "verlorenen Zeit" ablegen.

Um den Praxisbezug zu gewährleisten, sollte im Fachbereich BAU eine Kooperation zwischen Polytechnischer Schule und den jeweiligen Lehrbauhöfen angestrebt werden, wobei sowohl seitens des Ministeriums, der einzelnen Schulen und der Lehrbauhöfe großes Interesse und Bereitschaft zur Zusammenarbeit besteht. Gegebenfalls könnte auch der Einsatz von Berufsschullehrern in der Polytechnischen Schule erfolgen.

Es wäre nun wichtig, so Bundesinnungsmeister Lahofer, daß alle Beteiligten an einem Strang ziehen, eine entsprechende Abstimmung der Lehrpläne erfolgt und seitens der Schulleiter bzw. durch Verordnung des Landesschulrates rasch eine Anrechnungsregelung getroffen wird.

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