News veröffentlicht morgen in einer Titelstory Gutachten und Täterakten der Fahndung nach dem Briefbomben-Attentäter.

Vorausmeldung zu News Nr. 24/97 (12.6.1997)

Wien (OTS) - * Innenministerium geht, laut News, von einem Täter-Netzwerk von etwa 5 Personen aus.

* Laut Ministeriums-Akten steht an der Spitze des konkret verdächtigen Täter-Netzwerks der ins Ausland geflüchtete Gerd Honsik.

* Gutachten soll belegen, daß Ministerialrat des Kanzlers Autor der Bekennerbriefe ist.

Die morgige Ausgabe des Nachrichtenmagazins News veröffentlicht erstmals bisher unter Verschluß gehaltene Akten über die von den Fahndern des Innenministeriums in der Briefbomben-Causa konkret verdächtigten Personen. Die in News morgen veröffentlichten Akten geben Aufschluß darüber, warum das Innenministerium den derzeit in Untersuchungshaft befindlichen Ing. P. bestenfalls für eine Randfigur der Täter hält.

Laut News haben die Briefbomben-Fahnder bereits ein ihrer Meinung nach dringend tatverdächtiges "Netzwerk" ausgeforscht und auch schon konkret namentlich benannt. Nach Angabe des Magazins geht das Innenministerium, das auch noch über 30 Spuren zu potentiellen "Einzeltätern" verfolgt, derzeit bereits konkret davon aus, daß es sich bei den Briefbomben-Tätern um ein "Netzwerk" von mindestens fünf Personen handelt. Laut News steht an der Spitze dieses Briefbomben-Netzwerkes der 1992 nach Spanien geflüchtete österreichische Neonazi Gerd Honsik. Das Ministerium bestätigte gegenüber News, daß gegen Honsik der Verdacht vorliegt, "Initiator" des Briefbomben-Terrors in Österreich zu sein.

Honsik, der aufgrund seiner Flucht in Österreich nicht agieren kann, wird - laut Fahnder-Akten - in Österreich von einem mindestens zwei Personen starken "Kommando" vertreten. Bei diesem "Kommando" handelt es sich um einen 75jährigen Juristen aus Niederösterreich und einen 73jährigen Hobbyhistoriker aus der Steiermark. Beide Namen liegen den Untersuchungsbehörden bereits vor.

In dem bisher unter Verschluß gehaltenen Akt wird auf hunderten Seiten die These vertreten, daß der Autor der authentischen Bekennerbriefe der - im Bundeskanzleramt tätige - Ministerialrat R. sei. News veröffentlicht auch das Gutachten, in dem ein Linguistik-Professor zur Überzeugung kommt, daß R.s Autorenschaft bei einem Bekennerschreiben zu 87 Prozent, bei drei weiteren Bekennerschreiben mit einer Ähnlichkeit von 73 Prozent angenommen werden kann. Der Inhalt dieses Gutachtens, das der Justiz bereits seit über einem Jahr vorliegt, soll diese Woche Gegenstand einer Zeugeneinvernahme von Ministerialrat R. sein.

Laut News ermittelt das Innenministerium mittlerweile auch wieder gegen den im ersten Briefbomben-Prozeß von jedem Verdacht rechtskräftig freigesprochenen Franz Radl. Die Untersuchungen der letzten Monate haben neuerlich enge Kontakte von Radl zu allen im verdächtigen "Netzwerk" enthaltenen Personen ergeben.

Der letzte Woche in Untersuchungshaft genommene Ing. P. spielt im "Netzwerk" der vom Ministerium verdächtigten Täter keine Rolle. Er besitzt freilich seit Jahren enge Kontakte zu Ministerialrat R.

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