Neue Lehrplätze durch neue Lehrberufe schaffen

Leischko: Deutsche Beispiele zeigen Nettozuwachs an Ausbildungsplätzen - rasche Initiativen notwendig

Wien (PWK) - "Wir brauchen eine aktive Lehrlingspolitik, zu der
auch die Schaffung neuer Lehrberufe in expandierenden Berufsfeldern gehört", stellt Eduard Leischko, Vizepräsident der Wirtschaftskammer OÖ und Präsident des ibw - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, zur derzeitigen Lehrlingssituation fest. ****

Deutsche Beispiele zeigen uns, daß durch die Schaffung von neuen Lehrberufen neue Lehrplätze entstehen, die den Rückgang in traditionellen Branchen nicht nur auffangen, sondern auch zu einem Nettozuwachs an Ausbildungsplätzen führen. Bisher ist die Schaffung neuer, praxisgerechter Lehrberufe meist an der Hinhaltetaktik des ÖGB gescheitert. Ein besonders krasses Beispiel sind die erst mit dem Lehrlingspaket 1997 - nach mehr als 15 Jahren Vorbereitungszeit und Ausbildungsversuchen - ins Regelsystem übergeführten High-tech-Berufe im Metallsektor (Anlagenelektriker, Maschinenmechaniker und Werkzeugmechaniker). Die problematische Haltung der Gewerkschaftsseite zeigt sich auch im Öko-Bereich. Dort werden Berufsbilder derartig mit Inhalten überfrachtet, daß solche Berufe kaum in der Praxis ausgebildet werden können (zB Recyclings- und Entsorgungstechniker). In neuen Berufsfeldern, insbesondere im Telekommunikations- und Informatikbereich fehlen zielgerichtete Initiativen bis heute, wenn man von den Forschungsarbeiten des ibw -Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft absieht, die erst kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

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Dr. Georg Piskaty

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