Reisebüros über Wegfall der Ausübungsvorschriften besorgt

"Völlige Liberalisierung geht zulasten der Konsumenten" - Kadanka urgiert Anpassung der Gewerberechtsnovelle 1997

Wien (PWK) - Die Reisebürobranche sorgt sich um die Aufrechterhaltung notwendiger Mindeststandards (bei Ausbildung und Qualifikation der Mitarbeiter, Ausstattung der Räumlichkeiten mit eigenen fernmeldetechnischen Einrichtungen etc) auch in Zukunft. Nachdem die neue Gewerbeordnung keine Verordnungsermächtigung für die Erlassung von Rahmenbedingungen für das Reisebürogewerbe mehr vorsieht, ist ein Schutz der Konsumenten und der Reisebranche vor Auswüchsen kaum mehr möglich. ****

"Jetzt liberalisiert man auf Teufel komm' raus zulasten des guten Rufes bestehender und professionell geführter Reiseunternehmen. Es ist zu befürchten, daß künftig die Qualität der Leistung von Reisebüros nicht mehr gewährleistet ist und die Konsumenten das Nachsehen haben werden", warnt der Vorsteher des Fachverbandes der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich, Komm.Rat Rudolf Kadanka.

Die Gewerbeordnungsnovelle 1997 sieht u.a. vor, daß die erwähnte Verordnungsermächtigung gemäß 169 GewO sich künftig auf jene Punkte beschränken soll, die aufgrund der EG-Pauschalreise-Richtlinie geregelt werden müssen. Dies betrifft die "umfassende Informationspflicht gegenüber Reisenden" und die "Sicherung der Kundengelder und des Rücktransportes im Insolvenzfall eines Veranstalters von Pauschalreisen". Die derzeit in den Ausübungsvorschriften für das Reisebürogewerbe (BGBl. 599/94) enthaltenen Regelungen werden hingegen als "teilweise wirklichkeitsfremd" und "entbehrliche Überreglementierung" gewertet. Diese Ansicht kann jedoch nicht unwidersprochen bleiben.

"Im Interesse des Tourismus ist es notwendig, daß Basis-Vorschriften über die Gewerbeausübung erlassen werden. Die Festlegung gewisser Fach- und Fremdsprachenkenntnisse ist ebenso erforderlich wie die geeignete Ausstattung der Betriebsräume. Nur so kann der Kundenverkehr fachgerecht abgewickelt werden", stellt Kadanka fest. "Der Konsumentenschutz spielt eine immer wichtigere Rolle. Um dem gerecht zu werden, bedarf es näherer Bestimmungen für die Ausübung des Reisebürogewerbes und der dort Beschäftigten".

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Mag. Peter-Christian Dorner
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Fachverband der Reisebüros

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