Greenpeace und Global 2000: Importverbot für Gentech-Raps jetzt unerläßlich Uttl.: Gentech-Zulassungslawine durch EU-Kommission droht

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000 protestierten heute in aller Schärfe gegen die Entscheidung der EU-Kommission, gentechnisch manipulierten Raps der AgrEvo-Tochter "Plant Genetic Systems (PGS)" als Lebensmittel zuzulassen.

Herbizidresistenter Gentech-Raps stellt nach Ansicht der Umweltschützer eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit dar, und darf deshalb nicht in österreichische Lebensmittel gelangen. Daher forderten die Umwelt-Experten die österreichische Bundesregierung eindringlich auf, wie im Fall des Gentech-Mais auch gegen Gentech-Raps unverzüglich ein Importverbot nach Artikel 16 der EU-Freisetzungsrichtlinie 90/220 zu verhängen.

Gentech-Raps von PGS ist resistent gegen das Totalherbizid "Basta" mit dem Wirkstoff "Glufosinat". Bei Gentech-Raps besteht grundsätzlichdie erhöhte Gefahr von Gen-Auskreuzungen, da Raps in Europa als Wildpflanze vorkommt. Auch der vermehrte Einsatz von Herbiziden als Folge von Resistenzbildungen bei verwandten Pflanzen ist möglich. Inwieweit die Zulassung für diese Raps-Sorte die Genehmigung ähnlicher Glufosinat-resistenter Raps-Sorten von AgrEvo beschleunigt, ist noch unklar.

Die EU-Kommission hat den transgenen Raps von PGS zugelassen, nachdem PGS im April eine freiwillige Kennzeichnung angekündigt hat. Die Kennzeichnung wird voraussichtlich auf "gentechnisch verbessert" bzw. auf "könnte gentechnisch modifizierte Organismen enthalten" lauten. Österreich, Dänemark, Schweden und Spanien haben im Rahmen des Zulassungs-Verfahrens bereits gegen die Zulassung gestimmt.

GLOBAL-Sprecher Lothar Lockl dazu: "Wir erwarten von Ministerin Prammer, daß sie den Schutz der österreichischen Konsumenten ernst nimmt. Ein Importverbot für Gentech-Raps beim heutigen Gentech-Gipfel mit der Bundesregierung ist eine absolute Mindesterfordernis."

Greenpeace-Sprecher Matthias Schickhofer warnt: "Wenn Österreich nicht handelt, droht eine Lawine von Gentech-Zulassungen durch die EU. Umweltkomissarin Ritt Bjerregaard will alle Gentech-Pflanzen beschleunigt genehmigen, wenn die Erzeuger eine freiwillige Kennzeichnung versprechen. Das ist eine rücksichtslose Gefährdung der Umwelt sowie ein Schlag ins Gesicht der Konsumenten. Es liegt nun an Österreich, diesem Vorgehen einen Riegel vorzuschieben!"

Weitere Informationen: Matthias Schickhofer, Greenpeace Österreich; Tel.: 01/7130031-44 oder 0664/3386503 Lothar Lockl, Global 2000; Tel.: 01/8125730-37 oder 0664/3086547 --

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