Weitere Diskussionen um ÖLSF-Forderungskatalog

Wien (OTS) - Der Forderungskatalog des Österreichischen Lesben-
und Schwulenforums sorgt weiterhin für heftige Kontroversen. Die drei Forderungen zur rechtlichen Gleichstellung von PartnerInnenschaften beinhalten die gesetzliche Verankerung einer Beziehung von PartnerInnen unabhängig vom Geschlecht, für hetero- wie für homosexuelle also gleichermaßen geeignet.

"Wir wollen keine Sondergesetze für Lesben und Schwule. Wir wollen auch keine Kopie der Ehe", erläutern die ÖLSF-Vorsitzenden Diana Voigt und Hannes Sulzenbacher. "Wir fordern die rechtliche Absicherung von modernen Beziehungen." In diesem Sinne liegt den vom ÖLSF vorgeschlagenen PartnerInnenschaften auch weder eine Wohn- noch eine Wirtschaftsgemeinschaft zu Grunde. Im Detail fordert der Katalog zunächst Schritte, die homosexuelle den derzeit bestehenden heterosexuellen Lebensgemeinschaften rechtlich gleichstellen. Darüber hinaus soll das Modell der PartnerInnenschaft jedoch einiges möglich machen, was bisher als Privileg der Ehe vorbehalten war, so z.B. das Zuzug- und Aufenthaltsrecht für ausländische PartnerInnen, das Erbrecht sowie der gemeinsame Ankauf von Eigentumswohnungen. Auch das Auskunftsrecht im Spital muß gewährleistet werden, so das ÖLSF.

Die kontrovers geführten Diskussionen entstanden vor allem um die Frage des Adoptionsrechtes, das der ÖLSF-Forderungskatalog völlig ausspart. Der am häufigsten vorgebrachte Vorwurf ist, daß das ÖLSF sich um die Frage nach den Rechten der Kinder gedrückt hat. Dazu Hannes Sulzenbacher: "Da die PartnerInnenschaft für Heterosexuelle sowie für Lesben und Schwule gleichermaßen gültig sein soll, muß es ohnehin Regelungen für Kinder in diesen Beziehungen geben. Und natürlich gehen wir davon aus, daß hier keine Ungleichbehandlung stattfinden kann. Sonst wären wir ja wieder bei Sondergesetzen für Lesben und Schwule angelangt. Jenen lesbischen und schwulen PartnerInnen, die Kinder adoptieren wollen, darf das selbstverständlich nicht verwehrt werden. Die Frage nach den Kindern soll aber nicht die grundsätzliche Diskussion über die Forderungen überdecken."

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ÖLSF
Diana Voigt, Hannes Sulzenbacher
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