Auricon Beteiligungs-AG: Bilanz des Geschäftsjahres 1996: Stabile Umsatzentwicklung, Exportanteil erhöht, Dividende in Vorjahreshöhe

Wien (OTS) - Im Geschäftsjahr 1996 setzte die Auricon-Gruppe die Strategie der globalen Nischenpolitik fort. Damit wurde dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld für die Maschinen- und Anlagenbauindustrie im europäischen Kernmarkt Rechnung getragen. Die Intensivierung der Vertriebsaktivitäten in Wachstumsmärkten (vor allem im südostasiatischen Raum) und weitere Veränderungen der Geschäftsfeldstrukturen sowie Kostenreduktionsprogramme prägten daher das Berichtsjahr 1996.

Exportquote gesteigert, sehr guter Auftragsstand

Der konsolidierte Umsatz 1996 der Auricon-Gruppe betrug ATS 5,83 Mrd und war damit etwas höher als im Vorjahr (1995: ATS 5,76 Mrd.). Im Zuge der im Vorjahr begonnenen Straffung der Produktportfolios erfolgte dabei eine Umsatzverlagerung von abgegebenen Geschäftsfeldern hin zu stärkeren Umsätzen in definierten Kernbereichen. Der Auftragsstand zu Jahresende betrug ATS 3,64 Mrd. und konnte bis Ende Mai 1997 auf ATS 5,9 Mrd. gesteigert werden.

1996 wurde die Strategie, das Nischengeschäft im höchsten Qualitätssegment zu globalisieren, konsequent fortgesetzt. Das Exportvolumen wurde dabei im Berichtsjahr auf ATS 4,2 Mrd. (1995: ATS 3,65 Mrd.) erhöht und die Exportquote auf 71 % gesteigert (1995: 63 %).

Die Unternehmen der Auricon-Gruppe - Austria Email AG, Binder+Co AG, Jenbacher Werke AG und Waagner-Biro AG - beschäftigten per Jahresende 1996 insgesamt 3.271 Mitarbeiter (1995: 3.427).

Ergebnisentwicklung

Insgesamt entsprach der Geschäftsverlauf der Auricon-Unternehmen nur teilweise den Erwartungen. Prinzipiell ist weiters anzumerken, daß die Ergebnisse der Jahre 1995, 1996 und 1997 nur im Paket aussagefähig sind. Denn im Zusammenhang mit den Sparmaßnahmen der Bundesregierung wurden alle steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten ausgeschöpft.

Das EGT betrug ATS 74 Mio. (1995: 278 Mio.), der Jahresfehlbetrag belief sich auf ATS 51 Mio., nach einem Jahresüberschuß 1995 von ATS 195 Mio. Der Bilanzgewinn lag bei ATS 148 Mio. (1995: ATS 219 Mio.) Der Cash-Flow nach Auricon-Richtlinien erreichte 1996 ATS 279 Mio. (1995: ATS 470 Mio.).

Für Forschung und Entwicklung wurden von den Auricon-Unternehmen im Berichtszeitraum ATS 173,5 Mio (1995: ATS 153 Mio.) und für Sachinvestitionen ATS 167 Mio. (1995: ATS 163 Mio.) aufgewendet.

Dividendenvorschlag

Entsprechend der dividendenorientierten Aktionärspolitik wird der Vorstand der Auricon-Beteiligungs AG der Hauptversammlung am 18. Juni 1997 eine Dividende von 20 % (ATS 20,- je Aktie im Nominale von ATS 100,-) auf das Grundkapital in Höhe von ATS 286 Mio. vorschlagen. Dies entspricht der Vorjahresdividende von 40 % auf das damalige Grundkapital von ATS 143 Mio. Die Dividendenrendite von 5,5 % zum Jahresschlußkurs der Auricon-Aktie liegt damit auch für 1996 wieder deutlich über der durchschnittlichen Dividendenrendite an der Wiener Börse von 2,0 %.

Highlights 1996

Die wichtigsten Ereignisse im Geschäftsjahr 1996 waren:

o Steigerung der Exportquote von 63 % auf 71 %, erfolgreiche Etablierung in den Märkten Südostasiens

o Weitere Straffung der Produktportfolios

o Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt

o Flexible Arbeitszeitmodelle implementiert

o Erreichung des Turnarounds bei der Austria Email AG

o Durchführung einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln -verbunden mit der Ausgabe von Gratisaktien.

Die Entwicklung der Auricon-Gruppe im Geschäftsjahr 1996

Parallel zur Ausweitung des Exportgeschäftes wurde in allen Unternehmen das Produkt-Portfolio weiter gestrafft, Kostensenkungsprogramme durchgeführt, die Produktivität verbessert und Arbeitszeitflexibilisierungsmodelle implementiert.

Die Austria Email AG erreichte 1996 den angestrebten Turnaround. Dazu wurde die Produktion des ostdeutschen Standortes Haveltherm in das Stammwerk Knittelfeld verlagert und die Konzentration auf das Hauptgeschäft der Warmwasseraufbereitung abgeschlossen. Gleichzeitig erfolgten eine wesentliche Erhöhung des Exportumsatzes - vor allem bei Industriekunden in Deutschland und der Schweiz - sowie eine Steigerung der Produktionsleistung von 173 auf 225 Spreicher pro Mitarbeiter und Jahr. Austria Email erzielte 1996 bei einem Umsatz von ATS 626 Mio. ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von ATS 8 Mio. Durch die außerordentlichen Aufwendungen im Zuge der Schließung der Haveltherm ergab sich ein Jahresverlust von ATS 18,4 Mio.

Bei der Binder+Co AG wurde 1996 durch die Ausgliederung des Fassadenbaus in eine mit der Waagner-Biro gemeinsam errichtete Tochtergesellschaft der Umsatz auf ATS 947 Mio. verringert. Gleichzeitig wurde jedoch der Umsatzanteil des Kerngeschäftes Maschinen- und Anlagenbau um 9 % erhöht und der Exportanteil von 43 % auf 79 % gesteigert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug ATS 13 Mio. Die Kosten für die Abwicklung von Altprojekten im Fassadenbau wurden durch Auflösung von Rücklagen ausgeglichen.

Die Jenbacher Werke AG verzeichneten 1996 einen Knick im Wachstum des Energiebereiches, dessen Umsatz - bedingt durch die Verzögerung von Auftragsentscheidungen wegen der europäischen Liberalisierungsdiskussion auf dem Energiesektor - nur 5 % stieg. Gleichzeitig verzögerte sich ein Großauftrag im Bahnbereich für den Nahverkehrszug "Integral". Der konsolidierte Umsatz der Jenbacher Werke betrug 1996 ATS 1.819 Mio, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ATS 58 Mio. Das Unternehmen wird eine Dividende von 20 % ausschütten.

Bei der Waagner-Biro AG war ein wirtschaftlich gutes Geschäftsjahr zu verzeichnen. So wurden weltweit eine Reihe äußerst interessanter Projekte abgewickelt und die englischen Aktivitäten in die Gesamtaktivitäten integriert. Die Fassadentechnik -Waagner-Biro/Binder entwickelte sich bereits im ersten vollen Geschäftssjahr sehr erfreulich. Die Waagner-Biro Gruppe erzielte 1996 einen Umsatz von ATS 2.477 Mio und ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von ATS 60 Mio. Waagner-Biro wird eine Dividende von ATS 40 Mio. ausschütten.

Ausblick für 1997

Im Rahmen der globalen Nischenstrategie werden die Exportaktivitäten weiter auf hochqualitative Sektoren in Wachstumsmärkten fokussiert und dadurch die einzelnen Marktpositionen der Unternehmen der Auricon-Gruppe gestärkt. Gleichzeitig werden die Produktportfolios der Unternehmen weiter optimiert.

Die im Vorjahr eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen werden heuer verstärkt Wirkung zeigen und nicht zuletzt ist aufgrund der sehr guten Auftragseingänge in den ersten Monaten dieses Jahres (Jänner bis Mai 1997: ATS 3,3 Mrd.) und der währungsbedingten Wettbewerbsverbesserung für 1997 ein erfolgreiches Geschäftsjahr zu erwarten.

Ertragslage konsolidiert 1992 1993 1994 1995 1996 (in ATS Mio)

Umsatzerlöse 5.332 5.129 5.503 5.761 5.834 Betriebsleistung 5.575 5.276 5.796 6.299 6.046 EBIT 231 187 240 248 159 EgT 166 107 140 278 74 Gewinn nach ÖVFA
(anteilig) 74 67 74 202 137*1 Gewinn/Aktie (in ATS) 71 64 71 142 48*1 *4

Bilanz konsolidiert
Anlagevermögen 1.132 1.256 1.512 1.798 1.895 Bilanzsumme 3.857 4.467 4.808 6.349 5.375 Eigenkapital 772 881 828 976 867

Kennzahlen konsolidiert
Beschäftigte per 31.12. 3.615 3.317 3.439 3.427 3.271 Umsatz/Beschäftigtem 1,5 1,6 1,7 1,8 1,8 Cash-flow *2 333 282 328 470 279 Investitionen 231 247 172 163 167

Auricon Beteiligungs-AG
Jahresergebnis 47 45 36 88 59 Dividende in % 30 30 35 40 20*3

*1 vorläufig

*2 nach Auricon-Richtlinien

*3 Vorschlag an die Hauptversammlung. Dieser entspricht der Dividende des Vorjahres, da 1996 das Grundkapital von ATS 143 Mio auf ATS 286 Mio verdoppelt wurde und dabei Gratisaktien im Verhältnis von 1:1 ausgegeben wurden.

*4 nach Verdoppelung der Anzahl der Aktien wegen Kapitalerhöhung

Rückfragen & Kontakt:

Auricon Beteiligungs-AG
Dr. Hugo Michael Sekyra
Tel.: 1/513 57 87-0

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