AK-Dirnberger: Geringfügig Beschäftigte müssen kranken- und pensionsversichert sein

Geringfügige Beschäftigungen verdrängen Vollzeitarbeitsplätze

Wien (OTS) - Neuerlich appellierte heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) an Sozialministerin Hostasch, sie möge sich für die Verbesserung der Situation der "Geringfügig Beschäftigten" bei der heute beginnenden Regierungsklausur einsetzen. Konkret fordert Dirnberger Kranken- und Pensionsversicherung.

Dirnberger: "Die Arbeiterkammer hat auf ihrer Vollversammlung am 22. Mai folgendes beschlossen: Für jenen Arbeitnehmer, die weit unter den Grenzwert fallen, sind adäquate Modelle des vollen Sozialversicherungsschutzes zu entwickeln. Es liegt jetzt an der Regierung diese Forderungen der AK umzusetzen."

Der AK-Vize nannte auch einige Zahlen, um die Dramatik der Situation zu unterstreichen: "Diese Beschäftigungsform dient vor allem den Arbeitgebern zur Umgehung der Zahlungen an die Sozialversicherung. Welche Dimensionen dieser sozialpolitische Unfug angenommen hat, zeigten jüngste Zahlen aus Niederösterreich:

* Im Jahr 1994 beschäftigten 4 492 Betriebe geringfügig Beschäftigte,

1997 sind es bereits 11 462 Betriebe.
* 1994 beschäftigten 468 nö Betriebe ausschließlich geringfügig

Beschäftigte, bis 1997 ist deren Zahl auf 2 726 angewachsen.
* Im Jahr 1994 gab es in Nö 8405 angemeldete geringfügig

Beschäftigte, im Jahr 1997 ist deren Zahl bereits auf 23 703 angewachsen.
* Gleichzeitig zu dieser Entwicklung geht z.B. die Anzahl der

weiblichen Arbeiterinnen von 422 000 auf 418 300 zurück.

In vielen Fällen verweigern die Arbeitgeber rechtswidrig die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Manche Unternehmer haben schon bisher bei ihnen beschäftigte Arbeitnehmer, ohne deren Wissen, geringfügig beschäftigt gemeldet. Das zeigt worum es bei der Geringfügigen Beschäftigung geht: Nicht um die Schaffung neuer Arbeitsplätze, sondern um die Einsparung von Milliarden an Zahlungen an die Sozialversicherungen. Denen fehlt dann dieses Geld, was wiederum sofort zum Ruf nach Abschaffung von Sozialleistungen führen wird.

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AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger

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