Weltweit 14000 österreichische Auslandstöchter und Joint Ventures

Östliche Nachbarn nach wie vor wichtigste Standorte, aber Asien ist "im Vormarsch" -Trend zu Produktions-Joint-Ventures

Wien (PWK) - "Die große Welle der Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft, wie sie von 1990 bis 1994 zu beobachten war, scheint vorüber zu sein. Die Zahl der Firmengründungen im Ausland nimmt aber weiterhin, wenn auch langsamer, zu", stellt Hubert Schwetz, Internationalisierungsexperte der Wirtschaftskammer Österreich, fest. Laut einer Erhebung der 83 österreichischen Außenhandelsstellen gab es 1996 weltweit mehr als 14.000 Niederlassungen österreichischer Firmen. Das sind fast fünf Mal so viel wie 1990 (damals wurden rund 3.000 Niederlassungen gezählt). ****

Der überwiegende Teil der österreichischen Auslandsfirmen ist nach wie vor im Vertrieb tätig. 1996 traf dies auf rund 10.000 Betriebe zu. Etwa die Hälfte davon stand zur Gänze in österreichischem Eigentum, die andere Hälfte waren Joint Ventures.

Mit Produktion befaßten sich etwa 3.700 Betriebe (zu rund drei Vierteln Joint Ventures, zu einem Viertel rein österreichisch). Außerdem hatten heimische Unternehmen insgesamt 460 Know-How- und Lizenzverträge mit dem Ausland abgeschlossen.

Ein deutlicher Trend zeichnet sich zu den Produktions-Joint Ventures ab, die von 1995 auf 1996 um gut ein Viertel zugenommen haben. Die Zahl der zu 100 Prozent österreichischen Produktionsbetriebe ist ungefähr gleich geblieben. Bei den Vertriebsfirmen (sowohl Joint-Ventures als rein österreichische) sind leichte Steigerungen festzustellen.

Die meisten österreichischen Auslandsfirmen und Joint-Ventures befinden sich in Europa: rund 13.000. Der "Löwenanteil" (11.400) entfällt auf den mittel- und osteuropäischen Raum, der Rest auf die Europäische Union. Schwetz ist allerdings überzeugt, daß es in der EU weit mehr österreichische Engagements gibt, die, weil sie den Außenhandelsstellen nicht gemeldet wurden, in der Erhebung nicht aufscheinen.

In Asien gibt es rund 400 österreichische Niederlassungen und Joint Ventures (Tendenz steigend), in Nordamerika 350 (davon 300 in den USA), im Nahen Osten 100, in Lateinamerika 80 und in Australien 50.

In der "Länderreihung" der Standorte scheinen auf den ersten zehn Plätzen - mit Ausnahme von Deutschland, das Rang fünf einnimmt, ausschließlich mittel- und osteuropäische Länder auf. Mit Abstand an der Spitze liegen Tschechien und Ungarn, gefolgt von der Slowakei, Rumänien, Deutschland, Kroatien, Bulgarien, Polen, Rußland und Slowenien. In weiterer Folge rangieren die USA, Indien, Italien, die Ukraine, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz, die BR Jugoslawien und China.

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DDr. Hubert H. Schwetz

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