KOMMISSAR FISCHLER ZUR ZUKUNFT DES MILCHSEKTORS Export, Qualität und Umwelt sind Eckpfeiler

Brüssel (OTS) - In einer Grundsatzrede bei der Generalversammlung der "Europäischen Milchvereinigung" ging EU-Kommissar Franz Fischler ausführlich auf die Zukunft des Milchsektors ein. Angesichts des Auslaufens des derzeitigen Milchquotensystems im Jahr 2000 und wichtiger anderer anstehender Entscheidungen, wie über die neue Finanzleitlinie, die nächste WTO-Runde oder über die Mittel aus den Strukturfonds, sei es für den wichtigsten Sektor der EU-Landwirtschaft Zeit, über die Zukunft nachzudenken. "Einfach abzuwarten ist eine gefährliche Strategie, frühzeitige Planung mehr als wichtig"", so Fischler.

Eine simple Liberalisierung der Milchmärkte könne nicht die Antwort auf all die Entwicklungen und Probleme sein, die im 21. Jahrhundert auf den Sektor zukämen. Die Osterweiterung beispielsweise würde unter dem derzeitigen Quotensystem bei hohen Preisstützungen zu höherer Produktion und niedrigerem Konsum in den mittel- und osteuropäischen Ländern führen.

Fischler ging auch auf die Forderung ein, die Exporterstattungen, besonders für Milch, Käse und Butter, zu erhöhen: "Eine solche Erhöhung ist nicht machbar, weil wir unseren GATT-Plafond schon fast erreicht haben. Bei der gegenwärtigen Weltmarktsituation für Butter ist eine exportstimulierende Politik nicht sinnvoll, wenn wir über die zusätzliche Milchproduktion verfügen wollen. Die EU-Kommission reduziert ganz bewußt die Ausfuhrerstattungen für Käse in die USA, weil es uns hilft mit demselben Geld neue, vielversprechende Märkte zu erschließen."

Die jüngste Analyse des Milchsektors der Generaldirektion für Landwirtschaft zeige, daß es gelungen sei, ein gewisses Marktgleichgewicht herzustellen. "Trotzdem wird der strukturelle Milchüberschuß im nächsten Jahrzehnt weiterhin 9,5 Mio. t betragen. Wie auch immer die zukünftige Milchmarktordnung aussehen wird, sie wird Probleme, wie die Restriktionen bei den gestützen Exporten und auf die zunehmende Öffnung unserer Märkte berücksichtigen müssen." Fischler sagte, die Diskussion über die Zukunft der EU-Milchpolitik habe erst begonnen, es sei aber klar, daß kurzfristig ein radikaler Kurswechsel nicht nötig sei. Wichtig für die EU sei, weiterhin erfolgreicher Milchexporteur zu bleiben. "Jede Reform wird zum Ziel haben, die Milchproduktion auf einem akzeptablen Niveau für die Produzenten und Verarbeiter zu halten, gleichzeitig die Preise aber dem Weltmarktniveau anzunähern. An Fragen der Umweltpolitik und Ethik und Qualität wird die neue Marktordnung nicht vorbeigehen können", so Fischler abschließend.

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