Tourismus verlangt Problemlösung in Saisonnier-Frage

Kröll: "Weitere Verschleppung bedroht ohnehin schwierigen Sommertourismus!"

Wien (PWK) - Der Tourismus urgiert das inzwischen mehr als
dringend benötigte Kontingent an Saisonnier-Kräften für die unmittelbar bevorstehende Sommersaison. Sozialministerin Eleonore Hostasch möge sich umgehend mit den betroffenen Unternehmen an einen Tisch setzen, um eine Lösung zu finden. Jeder weitere Tag an Verzögerung trifft viele Betriebe auf unverantwortliche Weise. ****

"Es gibt Betriebe, die beispielsweise wegen eines fehlenden Abwäschers nicht aufsperren können. Dadurch sind auch die Arbeitsplätze der übrigen Mitarbeiter unmittelbar in Frage gestellt", schildert Bundessektionsobmann Komm.Rat Hansjörg Kröll die drastischen Konsequenzen der ministeriellen Saumseligkeit. Wie bereits mehrmals berichtet, ist das Sozialministerium von Gesetzes wegen verpflichtet, ein Saisonnierkontingent für Tourismusbetriebe zu bewilligen, wenn ein saisonaler Arbeitskräftebedarf besteht, der mit Inländern nicht abzudecken ist. Für die Sommersison 1997 hat die Tourismuswirtschaft für ihre 70.000 Mitgliedsbetriebe österreichweit einen Bedarf von 1.705 Saisonniers erhoben, was etwa dem Schnitt der Kontingente der vergangenen Sommer entspricht.

Kröll verweist darauf, daß nach übereinstimmenden Prognosen die Sommersaison schwierig werden dürfte. Die mit dem Rücken zur Wand kämpfende Tourismuswirtschaft brauche daher die Bereitschaft des Staates, für ordentliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Dies gelte umso mehr für die Fälle, in denen die staatliche Hilfestellung gesetzlich vorgesehen ist, wie eben in der Frage der Arbeitskräfte.

Entgegen den Behauptungen der Gewerkschaft, die mit den bestehenden Arbeitslosenzahlen argumentiert, sind für bestimmte Sparten tatsächlich keine Arbeitskräfte im Inland - weder Inländer noch Ausländer - zu finden. "Wer beispielsweise einen Abwäscher oder ein Stubenmädchen braucht und diese trotz intensiver Suche und guter Bezahlung nicht findet, hat nichts davon, wenn die Gewerkschaft unverdrossen auf die globalen Arbeitslosenzahlen verweist. Ohne gewisse Schlüsselfunktionen, die besetzt werden müssen, kann ein Betrieb schlicht und einfach nicht aufsperren", rückt Kröll die üblicherweise praxisferne Argumentation des Sozialpartners zurecht.

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