FISCHLER: "FAHRENDE TIERHOTELS ZUM SCHUTZ DER TIERE" Vorschlag über Spezialfahrzeuge für Tiertransport angenommen

Wer Tiere über längere Strecken transportieren will, muß dies künftig in dafür vorgesehenen Spezialfahrzeugen tun. Darauf läuft ein Vorschlag hinaus, der heute auf Initiative von Kommissar Franz Fischler von der EU-Kommission angenommen wurde. Dieser Vorschlag enthält allgemeine Vorschriften für Straßenfahrzeuge und Anhänger, die für den Transport von bestimmten Tierarten innerhalb der Gemeinschaft bei einer längeren Transportdauer als acht Stunden vorgesehen sind. Damit werden zusätzlich zum verpflichtenden Aufenthalt der Tiere in Raststationen (in sogenannten äTierhotels") die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die Tiere bei Langstreckentransporten sozusagen äErster Klasse" befördert werden. Die damit verbundenen Mehrkosten für Transportunternehmen sollen darüber hinaus zu einer Verringerung von Tiertransporten über längere Strecken beitragen.

Der Kommissionsvorschlag ist eine Durchführungsbestimmung zur Grundverordnung über den Schutz von Tieren beim Transport und hat als solche unmittelbare Wirkung in den Mitgliedstaaten. Die Entscheidung wird, die Annahme durch den Rat vorausgesetzt, ab 1. Januar 1998 gelten.

Die davon betroffenen Tiergruppen sind alle als Haustiere gehaltene Einhufer, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Die Durchführungsbestimmung enthält spezielle Vorschriften über Belüftung, Fütterung und Wasserversorgung der Tiere:

-Bewegliche Trennwände zur Errichtung von Boxen müssen vorhanden sein, um die Tiere in kleinere räumliche Einheiten unterteilen zu können. Der Zugang zu den Boxen muß für eine adäquate Betreuung der Tiere während des Transports gut möglich sein.

- Das Fahrzeug muß über eine Belüftungsanlage verfügen; die Belüftung muß der Temperatur innen und außen angepaßt werden können.

- Das Fahrzeug muß ausreichend Futter mitführen, Fütterungsbehälter müssen vorhanden sein. Ein Anschluß an eine externe Wasserversorgung muß möglich sein, Fahrzeuge für den Transport von Schweinen müssen mit Wassertanks ausgerüstet sein.

äDer Vorschlag für Spezialfahrzeuge stellt einen weiteren wichtigen ‘Baustein’ für ein europäisches System von Rechtsbestimmungen zum besseren Schutz der Tiere beim Transport dar", meinte Kommissar Fischler anläßlich der Annahme durch die Kommission. äMan kann Verbesserungen im Tierschutz schließlich nur erreichen, wenn alle Mitgliedsländer gleichzeitig Maßnahmen setzen. Im Rahmen einer Verordnung kann dies sicher am effizientesten vorangetrieben werden. Umsetzen und kontrollieren müssen dann natürlich die Mitgliedstaaten selbst."

Der Kommissionsvorschlag für Spezialfahrzeuge geht nun zur Beschlußfassung an den Rat. Erst kürzlich wurde von diesem der Vorschlag der Kommission über Tierraststationen angenommen, der Vorschlag, die Ausbezahlung der Ausfuhrerstattungen künftig an die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen zu knüpfen, liegt zur Beschlußfassung auf. Im April dieses Jahres wurde von der Kommission eine neuerliche Kürzung der Subventionen für Tierexporte vorgenommen.

Rückfragen & Kontakt:

(Schluss)

nnnn

Gregor Kreuzhuber0032.2.29 66 565

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | EUF/01