Austria Glas Recycling GmbH (AGR):

- Ausgleichsverhandlung am 6. Juni

Wien (OTS) - - Ausgleichsverwalter für Anbotsverbesserung

- Ausgleich für Gläubiger besser als Konkurs =

Am kommenden Freitag, dem 6. Juni 1997 findet beim
Handelsgericht Wien die Verhandlung über den Ausgleich der Austria Glas Recycling GmbH (AGR) statt. Der Ausgleichsverwalter, Rechtsanwalt Dr. Richard Proksch, empfiehlt in seinem Endbericht an das Gericht die Verbesserung des Ausgleichsangebotes der AGR und den Gläubigern die Annahme des Ausgleichs, da ein Konkurs die Gläubiger "nachhaltig und massiv schlechter stellen" würde.

500 Forderungen über 245 Mio. S

Per Stichtag 28. Mai 1997 wurden dem Ausgleichsverwalter rund 500 Gläubigerforderungen in der Höhe von rund 245 Millionen Schilling übermittelt. Mehr als die Hälfte, nämlich rund 125 Millionen Schilling der Forderungen werden jedoch von der AGR bestritten. Rund 90 Millionen davon beziehen sich auf Schadenersatzansprüche, die von den Gläubigern infolge der Kündigung der Verträge durch die AGR nach § 20 b der Ausgleichsordnung geltend gemacht werden. Ausgleichswverwalter Proksch: "Würden die Gläubiger diese Schadenersatzforderungen tatsächlich aufrecht erhalten, dann wäre der Ausgleich völlig unerfüllbar. Jedoch haben viele Kommunen signalisiert, im Falle der Ausgleichsannahme auf ihre Schadenersatzansprüche weitgehend zu verzichten." Bei zahlreichen Forderungen konstatiert der Ausgleichsverwalter "plötzlich unerklärlich hohe Systemkosten". Steigerungen um bis zu 300 Prozent im ersten Quartal 1997 sind für Proksch "einfach nicht nachvollziehbar".

Nachbesserung des AGR-Angebotes

Die AGR hat den Gläubigern eine 40-prozentige Ausgleichsquote, also die Mindestquote, zur Zahlung binnen 2 Jahren angeboten. Der Ausgleichsverwalter stimmt diesem Angebot im Interesse der Gläubigerschaft nicht zu und schlägt dem Gericht Verbesserungen vor. Demnach sollte die Ausgleichsquote innerhalb der 2 Jahre tranchenmäßig schon immer dann erfüllt werden, wenn die AGR 5 Prozent angeschafft hat. Im Falle von Mehreinnahmen müßte nach Erfüllung des Ausgleiches eine Nachbesserung der Quote erfolgen. Weiters sollte die AGR dazu verpflichtet werden, eine Erhöhung der Lizenzgebühren spätestens ab 1. 1. 1999 zu erwirken.

Höhere Einnahmen

Proksch stellt fest, daß der Ausgleichsvorschlag der AGR von einer besonders vorsichtigen Einnahmenerwartung ausgeht, die unter den Werten von 1996 liegt. Proksch hält dem entgegen, daß laut Verhandlungen mit der österreichischen Verpackungsglasindustrie für die Ausgleichsphase der nächsten 2 Jahre eine Zahlung von 10 Schilling pro Tonne Altglas über dem marktüblichen Preis zu erwarten ist. Weiters hätte die Getränkeindustrie für Mehrweggebinde jährlich 4 Millionen Schilling in Aussicht gestellt.

Bestmögliche Ausgleichsquote

Der Ausgleichsverwalter kommt in seinem Bericht zum Schluß, daß die Nachbesserungen des Angebotes jedenfalls zur bestmöglichen Ausgleichsquote führen. Proksch: "Die Annahme des Ausgleichs ist den Gläubigern schon deshalb zu empfehlen, weil ein allfälliger Konkurs der AGR die Gläubiger nachhaltig und massiv schlechter stellen würde. Im Konkurs würde letztlich kaum eine Quote zur Ausschüttung gelangen. In dieser Situation muß der Ausgleich ganz eindeutig auch im Interesse der Gläubigerschaft liegen."

Die Erfüllbarkeit des Ausgleiches hält Proksch dann für gegeben, wenn es der AGR gelingt, für die Ausgleichsphase vor allem mit den Gebietskörperschaften Verträge abzuschließen, die die Bezahlung der Quote ermöglichen. Solche Verträge hat die AGR sämtlichen Partnern vorgelegt, zu geringen Teilen liegen auch bereits Zustimmungserklärungen vor.

Klärung der tatsächlichen Systemkosten

Im Rahmen der Verpackungsverordnung ist die AGR als Non-Profit-Unternehmen tätig und darf daher keine Gewinne machen. Um die Lizenzgebühren künftig dem richtigen Bedarf anzupassen, werden die Kommunen nachzuweisen haben, welche tatsächlichen Kosten ihnen bei der Altglassammlung entstehen. Bislang existieren darüber keine exakten Erhebungen, erklärt Proksch in seinem Bericht.

Sammlung aufwendig und teuer

Daß das österreichische Altglas-Sammelsystem nicht nur sehr aufwendig, sondern auch teuer ist, zeigt ein internationaler Vergleich: Kommt in Österreich auf durchschnittlich 243 Einwohner eine Altglas-Sammelstelle, so findet man in Deutschland mit einer Sammelstelle für 758, in den Niederlanden für 840 und in der Schweiz sogar für 1.284 Einwohner das Auslangen. Wobei in Österreich durchschnittlich 23 kg Altglas pro Kopf und Jahr gesammelt werden, in Deutschland 32 kg und in der Schweiz sogar 34 kg. In Deutschland erhalten die Kommunen für ihre Systemleistungen zur Sammlung aller Verpackungsmaterialien rund 7 Schilling pro Einwohner, in Österreich allein für die Altglassammlung bisher rund 15,50 Schilling und nach dem Ausgleichsangebot der AGR immer noch durchschnittlich 11,50 Schilling!

Rückfragen & Kontakt:

RA Dr. Richard Proksch
Tel.: 712 64 75
Dkfm. Hermann Schelmbauer, AGR-Geschäftsführer
Tel.: 214 56 00
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Mag. Robert Havlik
Tel.: 0662/628 657-0

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