AK: Pendler wünschen besseren Service und mehr Komfort

Erste Ergebnisse der AK-Pendleraktion - Chaos bei Fahrplanumstellung bleibt heuer aus

Wien (AK) - Die Bahnpendler zeigen großes Interesse an der AK-Pendleraktion: Zahlreiche Beschwerden, aber auch positive Reaktionen trudelten bereits ein. Das ärgert die Bahnpendler:
Schlechte Anschlußverbindungen, Verspätungen, vielfach überfüllte Zugabteils, veraltete Waggons, keine Infos bei Verspätungen, zu wenig Park & Ride-Plätze. Das wollen die Bahnpendler: Kürzere Intervalle, besseres Service, frühere Verbindungen, Spätverbindungen, bessere Abstimmung der verschiedenen Fahrpläne. ****

Die Arbeiterkammer wird gemeinsam mit der Gewerkschaft der Eisenbahner bis morgen, Mittwoch, die Pendler an den Bahnhöfen
Wien West, Süd, Mitte, Nord, Floridsdorf, Hütteldorf, Meidling
und Spittelau betreuen. Die neuen ÖBB-Fahrpläne Wien/Umgebung fanden auch heuer unter den Pendler großen Anklang. Beträchtlich ist auch der Rücklauf der Antwortkarten, worauf die Bahnpendler ihren Unmut äußern können. Die AK hat nun die ersten Reaktionen gesichtet.

Späte Verbindungen - wo sind sie geblieben ?
Zahlreiche Pendler wünschen sich spätere Abendverbindungen: So beschwert sich ein Bahnpendler über die Pottendorfer Linie, die
zum letzten Mal um 20.17 Uhr fährt. Nicht besser schaut es mit
der Verbindung zwischen Wien/Ebenfurt um etwa 20.18 Uhr aus,
weiß ein anderer Pendler zu berichten. Und der letzte Abendzug
von Wien nach Hollabrunn fährt um 21.00 Uhr ab.
Es fehlt auch ein echter Spätzug vom Franz-Josefs-Bahnhof nach Tulln.
Bekrittelt werden weiters mangelnde Bahnverbindungen an Sonn-
und Feiertagen.

Freizeit wird zu Wartezeit
Große Löcher - Wartezeiten bis zu einer Dreiviertel Stunde -
gibt es bei den Abendverbindungen Meidling - Baden. Weiters
beklagen die Pendler die unregelmäßigen Intervalle der S 50 und generell die allabendlichen Stundentakte einiger Zugsverbindung, gerade in Hinblick auf die neuen verlängerten Öffnungszeiten.

Ein großes Problem bereiten den Pendlern auch die Verspätungen
der Züge von St. Pölten nach Wien, Pressbaum nach Wien West
sowie die nicht abgestimmten Anschlüsse. Es kommt bei einigen Verbindungen auch vor, daß sich ein Regionalzug "hinten
anstellen muß", um einen Schnellzug zuerst passieren zu lassen.
So hat beispielsweise ein verspäteter tschechischer Schnellzug täglich Vorrang gegenüber einem Regionalzug. Sehr oft gibt es
bei Schnellbahnverbindungen von Haus aus Probleme: Die Abfahrt
der einen Schnellbahn ist fast zeitgleich mit der Ankunft der anderen S-Bahn, Umsteigemöglichkeiten sind also nicht
koordiniert.

Ärger über Zugausstattung und Service
Am häufigsten ärgern sich die Bahnpendler über veraltete und überfüllte Waggons, schmutzige Abteils, falsch beschriftete Anzeigetafeln am Bahnsteig, schlechte bis keine Informationen
bei Verspätungen, unausgewogene Waggonanzahl. Vielfach
kritisiert wurde auch der Bahnhofsumbau in Mödling.

Überrascht: Einige Rückantwortkarten stellten den ÖBB ein gutes Zeugnis aus.

Jetzt beginnt für den AK-Pendlerombudsmann Johann Siebenhandl
die Knochenarbeit, wenn er den Pendlerwünschen zufolge gemeinsam mit den Kollegen der ÖBB nach Lösungen suchen wird.

Rückfrage: AK Wien Presse, Doris Strecker, 50165/2677 DW

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