Österreich: Wandern - Selbstüberschätzung kann gefährlich werden Wien (ÖRK) - Etwa 130 Menschen sind 1996 bei Wanderungen oder Klettertouren in Österreichs Bergen ums Leben gekommen. Gerade

nach Unfällen im Gebirge vergeht oft viel Zeit, bis Rettung eintrifft. "In der Zwischenzeit richtig ausgeführte Erste Hilfe erhöht die Überlebenschancen oft entscheidend", sagt dazu Dr. Heinz Peter Slatin, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes.

Zahlreiche Alpinunfälle geschehen durch Übermüdung oder Erschöpfung. Bei Wanderungen im Sommer ist das Risiko eines Kreislaufstillstands oder eines Hitzschlags nicht zu
unterschätzen. Unter den bei Alpinunfällen getöteten Menschen bilden Wanderer die größte Gruppe, wobei die Altersgruppe der 51-bis 70jährigen am meisten gefährdet ist.

Hitzschlag kündigt sich durch Flüssigkeitsverlust, Abgeschlagenheit, Benommenheit und Kopfschmerzen an. Der Puls beschleunigt sich, der Blutdruck fällt ab. Es entsteht Atemnot. Schock oder Koma sind möglich. Die Haut ist zunächst rot, trocken und heiß, später graubläulich. "Ist der Patient bei Bewußtsein, sollte er flach, eventuell mit angehobenen Beinen, an einem schattigen Ort gelagert werden", so Dr. Slatin. äEntfernen Sie beengende Kleidung und beobachten Sie ständig Atmung und
Kreislauf, bis ein Arzt eintrifft."

Hitzschlag oder Überanstrengung können zu Bewußtlosigkeit, Atem-oder Kreislaufstillstand führen. "Ist der Patient bewußtlos, drehen Sie ihn in Seitenlage", so Dr. Slatin. äIst keine Atmung feststellbar, führen Sie Mund-zu-Mund-Beatmung durch.
Kontrollieren Sie im Minutenabstand den Kreislauf, indem Sie an
der Halsschlagader den Puls fühlen. Fehlt dieser, liegt Kreislaufstillstand vor. Führen Sie Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung durch."

Mit einem gesunden Maß an Selbsteinschätzung kann eine Wanderung für jedermann die gewünschte Erholung bringen. Dr.Slatin empfiehlt, die ersten 30 Minuten nach dem Abmarsch gemütlich anzugehen: "Machen Sie bei den ersten Anzeichen von Ermüdung eine Pause, auf jeden Fall aber alle zwei Stunden, um etwas zu essen. Trinken sie mineralstoffreiche Flüssigkeiten, bis zu vier Liter während einer Tagestour, jedoch keinen Alkohol."

Rückfragen & Kontakt:

Mag.Bernhard Jany
Tel.01/589 00-151
www.redcross.or.at
2.6.1997

Rückfragenhinweis: ÖRK/Pressestelle

Mag.B.Jany
Tel.(0222)58900-151

RK/Gesundheitsredaktion

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK/01