Invisible College, Budapest, erhält den Hannah Arendt-Preis 1997

Feierliche Verleihung des mit DM 300,000 dotierten Preises am 2. Juni

Wien (OTS) - in Wien =

Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen
(Wien) und die Körber Stiftung (Hamburg) geben bekannt, daß der diesjährige Hannah Arendt-Preis, mit dem außergewöhnliche Reformleistungen auf dem Gebiet von Lehre und Forschung in Ostmitteleuropa ausgezeichnet werden, an das Invisible College Budapest verliehen wird. Der mit DM 300.000,- dotierte Preis wird am 2. Juni im Palais Schwarzenberg (Wien) feierlich überreicht.

Im Rahmen der Festveranstaltung findet eine Diskussion zum Thema "Brauchen wir die Universität noch?" in Zusammenarbeit mit Der Standard und Transit - Europäische Revue statt. Es diskutieren Peter Glotz, Rektor der Universität Erfurt, und Dieter Simon, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Die Veranstaltung ist öffentlich (Beginn: 18 Uhr).

Der Hannah Arendt-Preis wurde 1994 gemeinsam vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen und von der Körber-Stiftung ins Leben gerufen, um richtungsweisende Ansätze zur Erneuerung der institutionellen Grundlagen von Lehre und Forschung in den Reformstaaten Ostmitteleuropas zu unterstützen. Benannt nach Hannah Arendt, deren Denken wesentlich zum heutigen Verständnis der Prinzipien von Freiheit und Demokratie beigetragen hat, will der Preis in einem Bereich Reformimpulse geben, der für die Entwicklung offener, freier und demokratischer Strukturen in den betreffenden Ländern von entscheidender Wichtigkeit ist. Mit dem ersten Hannah Arendt-Preis wurde im Februar 1995 die Graduate School for Social Research an der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau ausgezeichnet; 1996 erhielt die Palacky Universität Olomouc (CZ), den Preis.

Das Invisible College in Budapest: Preisträger des Hannah

Arendt-Preises 1997
Institutionelles Profil

Das Invisible College (oder Lathatatlan Kollegium) wurde 1992 zur Förderung besonders begabter Studentinnen und Studenten gegründet, mit der Idee und der Perspektive, eine neue Generation von Wissenschaftlern und Fachleuten auszubilden, die den Herausforderungen der Bürgergesellschaft gewachsen sind. "Invisible", unsichtbar ist das Kolleg in dem Sinne, daß es keine herkömmliche Bildungsinstitution mit festem Standort ist, sondern ein Netzwerk von Lehrenden und Lernenden. Sie verstehen sich als eine Gemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, ihre Arbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften höchsten intellektuellen und fachlichen Standards zu unterwerfen.

Akademische und berufsorientierte Weiterbildung: Im Zentrum steht die Unterstützung der Studierenden in ihrer geistigen und beruflichen Entwicklung und die Anleitung zu Vorurteilsfreiheit, Aufgeschlossenheit und Wohlinformiertheit, verbunden mit sozialer Sensibilität und Fähigkeit zur Kommunikation. Das Herzstück des Invisible College ist das Tutorensystem - nach dem Vorbild von Oxford, Cambridge und dem Eötvös-Kollegium (Budapest) der Vorkriegszeit -, in dessen Rahmen die Studenten von führenden Wissenschaftlern betreut werden und darüberhinaus an speziellen Kursen teilnehmen, z.B. zur politischen Philosophie oder zum Verfassungsrecht, aber auch zur Kunst des Argumentierens in Wort und Schrift oder zu technischen Fertigkeiten wie die Formulierung von Bewerbungsschreiben. Neben ihrer akademisch-fachlichen Arbeit nehmen die Studentinnen und Studenten auch an Programmen zur Persönlichkeitsentwicklung teil. Das Kolleg fördert die Teilnahme an Sprachkursen und sportlichen Aktivitäten, es übernimmt die medizinische Versorgung und bietet sogar eine individuelle Beratung an. Um es den Studierenden zu ermöglichen, sich ihren Studien vollständig und frei von materiellen Sorgen zu widmen, erhalten sie ein Stipendium.

Rückfragen & Kontakt:

Institut für die Wissenschaften vom Menschen
Michaela Adelberger
Tel.: 43-1 -313 58-0

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