Transparenz und gezielte Information erleichtern Euro-Einführung

Spar-Sprecher Markl: Mit effizienter Vorbereitungsarbeit ist für den Handel eine Umstellung übers Wochenende möglich

Wien (PWK) - Eine reibungslose Umstellung auf den Euro zu Jahresbeginn 2002 stellt für Österreichs Wirtschaft eine große Chance dar. Die Währungsunion wirft aber auch viele Fragen auf. Antworten wird es am 1. Juni 1997, am Tag der Wirtschaft, dem offiziellen Auftakt für die umfangreichen Euro-Informationsaktivitäten der Wirtschaftskammern, in Salzburg geben: Die Wirtschaftskammern bieten dort Unternehmern die Möglichkeit, bei Experten-Hearings und Diskussionen mit Spitzen der Regierung und der Wirtschaft "eurofit" zu werden. ****

Da die Beziehung zum Geld von starken Emotionen geprägt ist, hängt sehr viel von dem Vertrauen der Österreicher ab. Dazu ist es notwendig, daß alle Beteiligten, also Unternehmer wie Konsumenten, wissen, was auf sie zukommt und mit welchen Rahmenbedingungen sie rechnen können. "Zunächst muß klar sein, daß sich an der Kaufkraft der Österreicher nichts ändert: Löhne und Preise werden ja parallel mit dem gleichen Kurs umgerechnet", betont Philip Markl, Unternehmenssprecher von Spar. Er wird am 1. Juni in einem der fünf Experten-Hearings zum Thema "Euro und der Einkaufskorb - was macht Konsumenten sicher?" interessierten Unternehmern Rede und Antwort stehen. Die Währungsunion als Stabilitätsgemeinschaft wird auch keine Inflation zulassen. Bei Mißtrauen der Konsumenten gehen - zumindest kurzfristig - die Umsätze zurück. "Es liegt deshalb im Interesse des einzelnen Unternehmers", so Markl, "daß der Übergang zum Euro für den Kunden klar nachvollziehbar und die Umrechnung der Preise so transparent wie möglich ist". Die Preise werden daher vom Handel exakt und völlig transparent unter Anwendung des Umrechnungskurses umgestellt. Die Milch um 9,90 Schilling wird dann eben 0,73 Euro, also 73 Cent kosten. Dabei werden die Marktführer (z.B. Lebensmittelketten, Drogerie- und Baumärkte) das Tempo auch für Einzelhändler und das Gewerbe und Handwerk vorgeben. Der Markt selbst wird hier der beste Mechanismus sein, um den Konsumenten zu schützen.

Kunden, ebenso wie die Mitarbeiter in den Unternehmen, werden sich an neue Preise und damit auch an neue Werte gewöhnen müssen. "Wir wollen grundsätzlich alles vermeiden, was den Einzelhandel belastet und den Konsumenten verwirrt", erklärt Markl. Deshalb spricht sich der Spar-Sprecher auch gegen die - von Konsumentenschützern geforderte - doppelte Preisauszeichnung an den Regalen aus: "Das doppelte Regaletikett für jedes Produkt würde extrem viel Zeit und Kosten verursachen und vor allem von älteren und sehbehinderten Kunden bei der Kaufentscheidung nur schwer verarbeitet werden können." Vielmehr seien Maßnahmen im Vorfeld der Umstellung notwendig: In Werbeaussendungen der Unternehmen sollten die Preise bereits frühzeitig auch in Euro angeführt sein. Das betrifft nicht nur Handelsketten sondern auch Versandkataloge oder Reisebroschüren. Zu einem weiteren Gewöhnungseffekt wird die vorzeitige Umrechnung von Tarifen - vor allem im öffentlichen Bereich - beitragen. Automatisierte Kassen in Supermärkten werden die Endsumme auf der Rechnung in beiden Währungen angeben. Aber auch Umrechnungstabellen, Preislisten und Eurotaschenrechner sollen zusammen mit gut geschultem Personal den Übergang erleichtern. Zu dieser individuellen Kontrolle der Preise soll es auch eine öffentliche Kontrolle durch eine Preisüberwachungsagentur geben.

Diese Transparenz im Handel wird vor allem bei den zuliefernden Erzeugern durch einen weiteren Druck auf die Preise den Wettbewerb anheizen. Durch eine vorzeitige Umstellung der Handelsketten auf den Euro beim Einkauf könnten auch die Zulieferer rechtzeitig "eurofit" werden.

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