THYSSEN AG: Zwischenbericht Thyssen-Konzern über das 1. Halbjahr 1996/97 (vom 1. Oktober 1996 bis zum 31. März 1997)

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Thyssen AG WKN 748 500

Thyssen Industrie AG WKN 703 300
Edelstahlwerk Witten AG WKN 600 000
Eisen- und Hüttenwerke AG WKN 565 800
Stahlwerke Bochum AG WKN 725 000

Steigender Ertrag und deutliche Fortschritte im Konzernumbau

Thyssen-Konzern 1. Halbjahr 1. Halbjahr

1995/96 1996/97
Umsatz Mill. DM 18.423 17.922 Ergebnis vor
Ertragsteuern Mill. DM 349 631 Investitionen Mill. DM 822 1.268 Auftragseingang Mill. DM 18.100 17.800 Mitarbeiter 122.659* 112.893**

* Stand am 30.09.1996
** Stand am 31.03.1997

Vergleichbarer Umsatz gestiegen Der Umsatz der Thyssen-Gruppe lag im ersten Halbjahr 1996/97 mit 17,9 Mrd. DM um 3 % unter der Zahl der entsprechenden Vorjahreszeit. Ver- gleichbar, d.h. in beiden Zeiträumen ohne die inzwischen abgegebenen oder zur Abgabe anstehenden Desinvestitionsbereiche gerechnet, ergibt sich ein leichter Umsatzanstieg von 2 %.

Im Unternehmensbereich Investitionsgüter und Verarbeitung konnte Thyssen Industrie den Umsatz um 8 % steigern; besonders günstig entwickelten sich die beiden Kerngeschäftsfelder Produktionssysteme und Aufzüge. Thyssen Budd Automotive, in dieser Gesellschaft sind seit 1. Oktober 1996 The Budd Company, Thyssen Umformtechnik und Thyssen Guss zusammen- faßt, konnte den Umsatz dank der anhaltend stabilen Autokonjunktur in den USA und in Westeuropa um 6 % ausbauen.

Auf den Unternehmensbereich Handel und Dienstleistungen wirkte sich im Inland insbesondere die konjunkturell und saisonal gedrückte Nachfrage der Baubranche aus. Dennoch lag der Umsatz in der Berichtszeit fast auf gleicher Höhe wie im Vorjahr. Erfreulich entwickelten sich Werkstoffhan- del, Projektmanagement und Industrielle Dienstleistungen. Die Auslands- gesellschaften dieses Unternehmensbereichs konnten auch infolge von Akquisitionen in den USA eine beachtliche Umsatzausweitung erreichen.

Im Unternehmensbereich Stahl war der Umsatz um 13 % niedriger als im Vorjahr. Dies ist hauptsächlich auf die vorgesehene Trennung von Lang- produkt-Aktivitäten zurückzuführen; vergleichbar gerechnet betrug der Umsatzrückgang 4 %. Die Nachfrage hat sich mengenmäßig stark verbessert, die Rohstahlproduktion stieg vergleichbar gerechnet um 9 %. Auch die Tendenz bei den Stahlpreisen ist inzwischen deutlich aufwärts gerichtet, der Rückstand zum Vorjahr konnte allerdings noch nicht voll aufgeholt werden. Im Durchschnitt der Berichtszeit blieben die Stahlerlöse deshalb unter der Vergleichszahl des Vorjahres.

Mitarbeiterzahl weiter verringert Ende März 1997 gehörten zur Thyssen-Gruppe fast 113.000 Mitarbeiter. Gut 81.000 von ihnen entfielen auf die inländischen Gesellschaften. Gegen- über dem 30. September 1996 verringerte sich die Konzernbelegschaft um 8 %. Der Rückgang bei den Inlandsgesellschaften betrug 12 %, insbesondere im Zusammenhang mit Desinvestitionen. Ohne Desinvestments gerechnet sank die Belegschaftszahl der Inlandsgesellschaften um über 3 %. Die Mitar- beiterzahl der ausländischen Thyssen-Gesellschaften hat weiter zugenom- men.

Investitionsausweitung durch Ausbau der Kerngeschäfte Im ersten Halbjahr 1996/97 investierte Thyssen mit 1,3 Mrd. DM erheblich mehr als in der ersten Hälfte des Vorjahres. 1,1 Mrd. DM entfielen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände. Die Investitionen in Deutschland erreichten 0,6 Mrd. DM; im Ausland wurden 0,7 Mrd. DM inves- tiert. Schwerpunkte bildeten Unternehmenserwerbe im Aufzugssektor und im Werkstoffhandel in den USA.

Ergebnis deutlich über Vorjahr Im ersten Halbjahr 1996/97 betrug der Konzerngewinn vor Ertragsteuern 631 Mill. DM. Die ausgewiesene Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 282 Mill. DM (+81 %) steht zu einem Teil in Zusammenhang mit außerordentlichen Effekten. Nach Bereinigung beider Halbjahre um außer- ordentliche Effekte hat sich das Konzernergebnis um 22 % verbessert. Alle Unternehmensbereiche erzielten Gewinne.

Bessere Auftragslage Seit Jahresbeginn 1997 konnten die Unternehmen der Thyssen-Gruppe spür- bar mehr Aufträge buchen. Aufgrund der Desinvestitionen war der Auf- tragseingang des Konzerns in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjah- res 1996/97 mit 17,8 Mrd. DM jedoch um 2 % niedriger als im Vorjahr. Vergleichbar gerechnet ergibt sich für das erste Halbjahr 1996/97 ein Plus von über 1 %. Die leichte Zunahme beruht im wesentlichen auf ver-besserten Auslandsaufträgen.

Ausblick: Weitere Geschäftsbelebung erwartet Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 1996/97 rechnet Thyssen mit einer spürbaren Geschäftsbelebung. Die Maßnahmen zum Umbau des Konzerns beginnen Früchte zu tragen. Dies wird in den Unternehmensbereichen Han- del und Dienstleistungen sowie Investitionsgüter und Verarbeitung zu einer gegenüber dem Vorjahr erheblich verbesserten Ertragslage führen. Der Unternehmensbereich Stahl wird ein deutlich positives Ergebnis er- zielen. Ob dabei das Vorjahresniveau erreicht wird, ist noch nicht end- gültig abzusehen. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 1996/97 ein über dem Vorjahreswert liegendes Konzernergebnis erwartet, das eine Dividende zumindest in der Höhe des Geschäftsjahres 1995/96 ermöglicht.

Vereinbarungen über Garantiedividenden Thyssen Industrie AG: 6/10 der jeweiligen Thyssen AG-Dividende. Die Ge- schäftslage ist besser als im Vorjahr. Edelstahlwerk Witten AG: Für eine 100 DM-Aktie die gleiche Dividende wie jeweils für zwei 50 DM-Aktien der Thyssen AG. Stahlwerke Bochum AG: Für eine 100 DM-Aktie 2/3 der Dividende, die je- weils auf zwei 50 DM-Aktien der Thyssen AG entfällt, mindestens 6 DM. Edelstahlwerk Witten AG und Stahlwerke Bochum AG üben keine eigene Ge- schäftstätigkeit aus.

Ansprechpartner Ann Pascale Wiedenroth, Tel. 0211/824-36677

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