Neu in Seibersdorf: Maßschneidern von Funktionswerkstoffen

Dr. Martha Schreiber: Erwarte "Quantensprung" in der

Wien (OTS) - Materialoptimierung =

Im Österreichischen Forschungszentrum Seibersdorf
(ÖFZS) wurde im Bereich Engineering eine Arbeitsgruppe für "Hybridwerkstoffe" eingerichtet, deren Leitung Frau Dr. Martha Schreiber, früher Daimler-Benz Forschung, Ulm, übernommen hat.

Mit der Bezeichnung "Hybridwerkstoffe" werden hier Werkstoffe verstanden, deren Funktion durch das Zusammentreffen von Phasen mit unterschiedlichen Eigenschaften (z.B. elektrische, optische, thermische, mechanische oder magnetische) auf der Mikro- bis Nanostrukturebene zustandekommt.

Zentrales Thema des Arbeitsgebietes ist die gezielte (maßgeschneiderte) Ausbildung bestimmter Gefügekonfigurationen (Korn-Kornkontakte, auch verschiedene Phasen, größen- und/oder orientierungsabhängig). Da sich diese bei herkömmlichen Verfahren rein zufällig einstellen, soll durch neue Verfahren der Pulvertechnologie, u.a. durch Einbeziehung kolloidchemischer Arbeitstechniken und Methoden der Selbstorganisation ein definierter Aufbau von Gefügestrukturen erreicht werden.

Der Lösungsansatz beinhaltet eine analytische Vorgangsweise zur Ermittlung des idealen Musters der Gefügebestandteile, das Maßschneidern von Funktionsbausteinen im Mikro- bis Nanobereich und schließlich das Aneinanderfügen dieser Bausteine zu Formkörpern.

Es werden zunächst schwerpunktmäßig Hybridwerkstoffe mit besonderen elektrischen Eigenschaften behandelt, wie z.B. Funktionskeramiken, elektrochemische Systeme zur Energiespeicherung und -wandlung (Batterien, Brennstoffzellen), Katalysatoren, Sensoren und elektrochrome Schichtsysteme.

Motivation für das Vorhaben sind einerseits die stets steigenden Ansprüche der Anwender nach höherem Qualitätsstandard, Miniaturisierung der Bauteile und Einsparung an Rohstoffen und andererseits die stark wachsenden Märkte, besonders in den Sektoren der Telekommunikation und der damit einhergehenden kabellosen Energieversorgung.

Ziel der Arbeitsgruppe Hybridwerkstoffe, die seit 1.1. 1997 besteht, ist der Aufbau einer "Smart Technology for Advanced Materials and Products" zur Entwicklung und Verbesserung von Hybridwerkstoffen, um als F&E Partner neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Richtungen und Verbesserungsmöglichkeiten mit produzierenden Betrieben zu bearbeiten.

Die derzeitigen Aktivitäten werden durch das per 1.4. 1997 errichtete Christian Doppler Labor für "Hybridwerkstoffe mit besonderen elektrischen Eigenschaften", in welchem gemeinsam mit dem Industriepartner Siemens Matsushita Components (Produktionsstandort Deutschlandsberg) anwendungsnahe Grundlagen zur deutlichen Verbesserung von Elektrokeramiken erarbeitet werden, erheblich verstärkt.

Rückfragen & Kontakt:

ÖFZS
Dr. Martha Schreiber
Tel.: 02254/780 3306

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