Gemeinnütziges Vermögen darf nicht abfließen!

Veräußerung von Anteilen an Gemeinnützigen nur zum Nominale

Wien (OTS) - "Die stiftungsartige Bindung des Vermögens der gemeinnützigen Bauvereinigungen ist ein wesentlicher Eckpfeiler der Gemeinnützigkeit und Grund dafür, daß die Anteile von GBV nur zum Nominale veräußert werden dürfen", betonte heute Mag. Karl Wurm im Rahmen des Symposiums "Perspektiven der Wiener Wohnbaupolitik".

Der Obmann des Verbandes der Gemeinnützigen nahm damit Bezug auf die laufende Diskussion um die Übertragung der Bundesanteile an den "Gemeinnützigen Eisenbahnsiedlungsgesellschaften" in Linz und Villach und der Wiener "Wohnbaugesellschaft der ÖBB" an eine Genossenschaft. Die geplante Zusammenführung dieser Unternehmen zum Nominalwert von 180 Millionen Schilling hatte der Wirtschaftssprecher der Grünen, Prof. Alexander Van der Bellen, als "Verschleuderung von Bundesvermögen in Milliardenhöhe" kritisiert. Dazu bemerkte Wurm, das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) lasse derartige Veräußerungen eben nur zu einem Preis in Höhe des Nominalkapitals zu, um Spekulation zu unterbinden. Bei Erwerb zum - wie es offensichtlich Van der Bellen wünsche - Substanzwert der Wohnungen würde jeder neue Eigentümer danach trachten, seine Investition rasch zurückzubekommen, was nur zu Lasten der Bewohner und durch Abfluß des zweckgewidmeten Kapitals aus den Unternehmen möglich wäre.

"Man sollte an diesem klugen Prinzip der Kapitalbindung im gemeinnützigen Bereich nicht rütteln", strich Wurm hervor, "es ist letztlich mit dafür verantwortlich, daß gemeinnützige Wohnungen kein Spekulationsobjekt werden können und den Bewohnern Sicherheit und Kalkulierbarkeit bei den Mieten geboten werden kann".

Im Wiener Wohnbau erhofft sich Wurm, daß nach der quantitativen Ausweitung in den letzten Jahren und einem Innovationsschub durch die Bauträgerwettbewerbe nunmehr Stabilität im Bauvolumen und eine zielgruppenspezifische Differenzierung des Angebotes größeres Gewicht bekommen. Für heuer erwartet Wurm aufgrund der Budgetknappheit die Förderung von etwas mehr als 6.000 Einheiten, wobei es aber darauf ankommen werde, daß sich die Wohnbauförderung verstärkt auf das "untere Drittel der Einkommensbezieher bis zur Mittelschicht" konzentriere. Wichtig - weil aus der Nachfrage ablesbar - sei auch eine Verlagerung des Baugeschehens von "Megaprojekten" zu kleineren Einheiten. Die von der Stadt Wien forcierte Aktion "Ankauf von Althäusern" werde von den Gemeinnützigen begrüßt, strich Wurm hervor. Entscheidend sei aber, daß diese Althäuser zu Preisen angeboten werden, die eine Sanierung unter dem gegebenen Mietenniveau auch wirtschaftlich möglich machen.

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