Open Space Technology erstmals in Österreich

Symposium zum Thema Quo vadis Personalentwicklung - 25 Jahre Gesellschaft für Personalentwicklung

Wien (OTS) - Anläßlich ihres 25-jährigen Bestehens veranstaltete die Gesellschaft für Personalentwicklung am 13. Mai ein Symposium zum Thema "Quo vadis Personalentwicklung" in der Burg Perchtoldsdorf. Erstmals in Österreich wurde dabei die OPEN SPACE TECHNOLOGY eingesetzt, eine moderne Form der Großveranstaltung, die es ermöglicht praktisch ohne Strukturen und dennoch sehr effektiv mit beliebig großen Gruppen (60 - 1000 Personen) zu arbeiten. 100 hochkarätige Vertreter aus der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltung, unter Ihnen der gesamte Vorstand der Böhler Uddeholm AG beschäftigten sich in zahlreichen Workshops und herausfordernden Diskussionen mit der Zukunft des Human Resource Managements, im speziellen der Personalentwicklung. *****

"Personalentwicklung ist in Bewegung - sie steht zwar unter starkem Druck und muß ihre Daseinsberechtigung immer wieder unter Beweis stellen, viele interessante Visionen, kreative und innovative Ideen, von Personen, die nicht verträumt im Elfenbeinturm sitzen sondern fest am Boden der Realität stehen, lassen aber dennoch optimistisch in die Zukunft der Personalentwicklung blicken." In diesem Sinne beendet Dr. Leopold Stieger, Geschäftsführer der Gesellschaft für Personalentwicklung das erste Open Space Symposium in Österreich, das am 13. Mai 1997 in der Burg Perchtoldsdorf bei Wien stattgefunden hat.

Eingeleitet wurde das Symposium mit einem kurzen Referat von Herrn Dr. Claus J. Raidl, Generaldirektor der Böhler Uddeholm AG, der mit seinem gesamten Vorstand gekommen war, um seine Erfahrungen und Perspektiven einzubringen und zur Diskussion zu stellen. Dr. Raidl betonte, daß Personalentwicklung zwar einen wichtigen Stellenwert in seinem Unternehmen habe, er aber gleichzeitig seinen Aktionären und dem Aufsichtsrat verpflichtet sei.

Im Anschluß daran erläuterte Dr. Stieger seine Vision einer neuen Personalentwicklung: "Unternehmen von heute sind gezwungen, auf die Lage der Weltwirtschaft rasch und wirksam zu reagieren. Dabei schwören die einen auf die Ratio, die Kalkulier- und Planbarkeit. Die anderen bauen zunehmend auf die Emotio, auf Werte und Beziehung."

Dr. Stieger schlug vor, daß sich die Personalentwicklung in Zukunft für eine Verbindung von Ratio und Emotio verantwortlich fühlen soll, "so wie zwei kommunizierende Gefäße, die nur dann nichts von ihrem Potential verschütten, wenn sie in Balance bleiben. Wer sich heute bei der Überwindung von Krisen nur auf die Ratio verlasse, werde rasch scheitern," so Stieger.

Nach den anregenden Einleitungsworten begann der eigentliche Open Space, der Marktplatz für Vorschläge und Ideen. Die 100 Teilnehmer -Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer, Vertreter aus dem Sozialbereich, der Kirche und der öffentlichen Verwaltung, Personalleiter, und -entwickler - wurden eingeladen, Themen einzubringen, die sie gerne in einem Workshop bearbeiten würden. Nachdem auf diese Weise ziemlich rasch Themen, wie

shareholder value im Mittelpunkt - wo bleibt der Mensch?
Warum "halten sich" Manager Personalentwickler?
Spaß statt Druck
PE und Rationalisierungsprojekte
Wirksame PE-Beiträge zur strategischen Unternehmensentwicklung Führerschein für Führungskräfte

zusammengekommen waren, hatten die übrigen Teilnehmer Gelegenheit zu entscheiden, an welchen Themen sie mitarbeiten wollen. Auf diese Weise fanden in drei Durchgängen insgesamt 20 Workshops statt, wobei jederzeit Gelegenheit war, seinen Workshop zu verlassen und in eine andere Gruppe zu wechseln, denn im Open Space gilt das Gesetz der zwei Füße: "Gehe dorthin, wo Dein Gefühl Dich trägt", nach dem Kriterium "Wo kann ich etwas beitragen oder lernen".

So ergaben sich viele interessante und herausfordernde Diskussionen, es wurden Meinungen ausgetauscht und neue Ideen entwickelt. Die Leitung des Symposiums gab nur einige Grundstrukturen (Zeitrahmen, Essenszeiten) vor und bot logistische Hilfe an, nahm aber sonst auf die Themenfindung, den Verlauf und die Arbeitsweise der Workshops keinen Einfluß.

OPEN SPACE ist eine Selbstorganisationsveranstaltung für Großgruppen. Der Amerikaner Harrison Owen hat diese wirksame Kommunikationsform seit Mitte der achtziger Jahre regelmäßig praktiziert und rund um den Globus verbreitet. Ein einfaches Regelwerk gibt den Rahmen vor, innerhalb dessen sich die Teilnehmer frei bewegen können und dynamische Prozesse der Begegnung und Zusammenarbeit ablaufen. Die Open Space-Leitlinien sind:

  • Jeder Anwesende ist die richtige Person
  • Was immer passiert, ist das einzige, das geschehen konnte
  • Wenn es anfängt, ist es die richtige Zeit
  • Wenn es vorbei ist, ist es vorbei

Als es schließlich vorbei war, waren viele erstaunt, daß "so etwas so gut funktionieren kann" "nd "daß man an einem Tag mit so vielen verschiedenen Menschen sprechen und arbeiten kann". Sie nahmen eine Menge neuer Ideen und Anregungen in ihre Arbeitsbereiche mit und manche beschlossen bereits vor Ort einen Open Space im eigenen Unternehmen durchzuführen.

Zur Gesellschaft für Personalentwicklung:

Als privates Managementinstitut veranstaltet die GfP seit 25 Jahren sowohl öffentliche als auch innerbetriebliche Seminare und begleitet Unternehmen bei Personal- und Unternehmensentwicklungsprozessen.

Rückfragen & Kontakt:

Gesellschaft für Personalentwicklung
Mag. Heidemarie Köfler
Tel: 01 / 888 55 34

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS