Euro sichert Aufrechterhaltung des Beschäftigungsniveaus

Mayr: Unterschiedliche Auswirkungen in den einzelnen Wirtschaftszweigen zu erwarten

Wien (PWK) - "Der Euro wird sich je nach Wirtschaftszweig unterschiedlich auf die Arbeitsplätze auswirken. Werden durch Euro-bedingte Exportsteigerungen Arbeitsplätze geschaffen werden, gehen wieder Arbeitsplätze durch den Wegfall des Wechselkursgeschäftes bei den Banken verloren", beantwortet Martin Mayr, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich die Frage "Euro und Arbeitsplatz - Plusminus Null oder wirklich mehr" im Vorfeld des heuer ganz dem Thema Euro gewidmeten Tages der Wirtschaft am 1. Juni in Salzburg. ****

Ähnlich bewertet sein Gesprächspartner im Workshop "Euro und Arbeitsplatz" Erwin Buchinger, Leiter des Arbeitsmarktservice Salzburg diese Frage. Für Buchinger entsteht allerdings durch den einheitlichen europäischen Währungsraum ein größerer Druck auf die Arbeitsmarktflexibilität und dadurch notwendige kurzfristigere Personaldispositionen, die sich eher arbeitsplatzgefährdend auswirken können. Die größeren Probleme entstehen nach Auffassung Buchingers bereits vor Einführung des Euro durch die restriktiven Maastricht-Kriterien und der damit verbundenen Budgetpolitik in Europa, die zu Arbeitsplatzverlusten führt.

Eine auf einer Teilnahme Österreichs an einer großen Europäischen Währungsunion (ohne Großbritannien, Schweden, Dänemark und Griechenland) basierende Studie des WIFO errechnete eine mögliche mittelfristige Wachstumssteigerung in fünf Jahren von 2,25 Prozent und einen möglichen Zuwachs an Arbeitsplätzen von 25.000 bzw. ein potentielles Absinken der Arbeitslosenquote um 0,5 Prozent oder 17.000 Personen. Das Münchner Ifo-Institut dagegen warnt vor übertriebenen Hoffnungen von beschäftigungsfördernden Effekten durch den Euro und rechnet nur längerfristig mit einem positiven Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit in der Währungsunion.

"Sicher darf man von der Einführung des Euro keine beschäftigungspolitischen Wunder und keine Beseitigung der Arbeitslosigkeit erwarten. Erwartet werden kann aber, daß der Euro die Voraussetzungen für einen stetigen Wachstumsprozeß schafft und damit eine Garantie für die Aufrechterhaltung des Beschäftigungsniveaus bietet. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist sogar eine Verbesserung der Beschäftigungslage zu erwarten, meint Mayr.

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