Entwicklung im Bergbau war 1996 noch zufriedenstellend

Leichte Produktionsrückgänge in manchen Sparten - Lichtblick sind exportorientierte Branchen

Wien (PWK) - "Branchenspezifisch unterschiedliche Ergebnisse kennzeichneten die Entwicklung im Bergbau 1996", erklärte Erich Staska, stv. Vorsteher des FV Bergbau-Stahl, beim Jahrespressegespräch seines Verbandes. Produktionsrückgänge verzeichneten unter anderem der Braunkohle-, der Erz- und der Grafitbergbau. Geringe Preiserhöhungen konnten nur in wenigen Branchen wie z.B. Talk und Magnesit durchgesetzt werden. Der Beschäftigtenabbau betrug 6%. ****

Durch die immer größere Öffnung des Weltmarktes muß sich auch die heimische Rohstoffindustrie einer immer stärkeren Konkurrenzsituation stellen. "Daher wird es für Teile des heimischen Bergbaus außerordentlich schwierig werden, ihre wirtschaftliche Stellung zu halten oder auszubauen" betonte Staska. Exportintensiven Branchen, wie die Feuerfestindustrie, Talk- und Wolframbergbau sowie Branchen, die mit neuen Anwendungsmöglichkeiten oder Nischenprodukten schon jetzt am Weltmarkt "punkten", werden auch in Zukunft gute Chancen eingeräumt.

Im Braunkohlebergbau lag die produzierte Menge mit 1.104.538 t um 5% unter jener des Vorjahreszeitraums. Bei steigenden Kosten und stagnierender Erlösentwicklung sank der Personalstand um rund 6%. Im Eisenglimmerbergbau konnte die Absatzmenge des Vorjahres zwar nicht erreicht werden, Auftragslage und Produktion verbesserten sich jedoch zu Jahresende 1996 kontinuierlich und sorgten für leicht steigende Exporte bis Ende 1996. Der Eisenerzbergbau mußte hingegen eine leichte Verschlechterung der Auftragslage hinnehmen, die Produktion verminderte sich im 2. Halbjahr 1996 um 90.000 t im Vergleich zum Vorjahr. Die angespannte Situation in der Stahlindustrie löste einen großen Preisdruck auf das Produkt Erz aus. Dementsprechend rückläufig war die Preisentwicklung.

Die größte Wolframmine der westlichen Welt, der Bergbau Mittersill, förderte im vergangenen Jahr rund 360.000 t Erz und übertraf damit den Planwert. Auch die steirische Wolframhütte war zufriedenstellend ausgelastet. Während die Unternehmen im Grafitbergbau dem geringen Auftragsvolumen im Vorjahr nur mit umfangreichen Rationalisierungsmaßnahmen und einer Personalreduktion um 10% begegnen konnten, hat sich die Auftragslage in Österreichs einzigem Bergbau- und Aufbereitungsbetrieb für Talkum nach einem schwachen ersten Quartal deutlich verbessert. Durch eine rezessive Marktentwicklung in den Kernmärkten war es jedoch nicht möglich, den Rückstand bis Jahresende aufzuholen. Der Umsatz stagnierte daher auf Vorjahresniveau. Im Kaolinbergbau hat sich die konjunkturelle Situation in der Papierindustrie als einem Hauptabnehmer zwar gebessert, wegen des enormen Angebots an Billigkaolin aus den Reformländern konnte der aus den Vorjahren resultierende Preisverfall jedoch nicht kompensiert werden.

Erfreulicher verlief die Entwicklung trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes für den Magnesitbergbau. Die Auftragseingänge nahmen gegen Ende des Jahres wieder stärker zu, entsprechend gut ausgelastet war auch die Produktion. Rückläufige Exporte in Europa konnten durch stärkere Lieferungen nach Übersee kompensiert werden.

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