Konjunktur in der Stahlindustrie erholt sich

Weltweiter Stahlverbrauch wird heuer Rekordniveau erreichten Rohstahlproduktion ging in Österreich um rund 11% zurück

Wien (PWK) - Der weltweite Stahlverbrauch wird heuer ein Rekordniveau erreichen. Laut einer Analyse des International Iron and Steel Institute in Brüssel sollen 1997 voraussichtlich 680 Mio t rund um den Globus verbraucht werden. Das wären um 3,4% mehr als im vergangenen Jahr. Auch die österreichische Stahlindustrie ist vorsichtig optimistisch. Die Unternehmen erwarten sich für 1997 nach den Rückschlägen im 96' er Jahr wieder eine Stabilisierung der Konjunktur. ****

Im vergangen Jahr ging die Rohstahlproduktion um rund 11 Prozent auf 4,4 Mio t zurück und lag damit nur knapp über dem Wert von 1994. Verantwortlich für diese Entwicklung war neben der allgemeinen Konjunkturschwäche vor allem die flaue Stahlkonjunktur weltweit. "Der Rückgang in der Erzeugung zeichnete sich allerdings bereits im Schlußquartal 1995 ab und war nach dem ausgezeichneten Jahr 1995 mit einer Produktion von fast 5 Mio t zu erwarten", erklärte Hellmut Longin, Vorsteher des Fachverbandes Bergbau-Stahl bei einem Pressegespräch seines Verbandes.

So lag die Walzstahlproduktion mit 3,8 Mio t um 9% hinter dem Wert von 1995, wobei größere Einschnitte im Langbereich vorgenommen wurden. Im Flachproduktesektor wurde um 8% weniger produziert als 1995. Was die Abnehmerbranchen betrifft, so war vor allem in der Metallwarenindustrie sowie in der Bau- und Maschinenindustrie die Entwicklung spürbar rückläufig. Die europäische Automobilbranche hingegen verzeichnete aufgrund der stürmischen Nachfrage hohe Produktionszuwächse. Ein massiver Lagerabbau in den wichtigsten Exportländern sorgte jedoch dafür, daß die Unternehmen in fast allen Produktsparten keine Preiserhöhungen durchsetzen konnten. Sie verharrten auf niedrigem Niveau. Der Beschäftigtenstand im EGKS-Bereich wurde um 4,3% reduziert und betrug Ende 1996 rund 12.600 Mitarbeiter.

Der weltweite höhere Stahlverbrauch dürfte heuer vor allem auf die verstärkte Nachfrage der amerikanischen Automobil- und Wohnbauindustrie zurückzuführen sein. Die Kapazitätsauslastung wird vermutlich 75% betragen. Während in Japan mit einem geringeren Verbrauch gerechnet wird, erwartet man innerhalb der OECD eine Erhöhung der Stahlausbringungsmenge um 3,5%. Da der Lagerabbau 1997 endlich zum Stillstand gekommen sein dürfte, sollte sich auch die Nachfrage innerhalb der EU deutlich verbessern. Der Absatz von Stahlprodukten wird voraussichtlich um 5% gegenüber 1996 steigen, da sich auch die wichtigsten Abnehmerbranchen der Stahlindustrie mit Ausnahme der Bauindustrie positiv entwickeln dürften. In Österreich wird die Stahlproduktion heuer in etwa das Niveau von 1996 erreichen. Die Unternehmen erwarten einen Rohstahloutput von 4,5 Mio t, der Verbrauch dürfte sich bei 3,9 Mio t einpendeln.

Die Entwicklung der heimischen Stahlindustrie war 1996 von einer rückläufigen Nachfrage geprägt. Bei Qualitätsstahl war der bereits gegen Jahresende 1995 einsetzende Konjunktureinbruch bis zum 3. Quartal deutlich zu spüren. Ein Lagerabbau der Händler und eine schwache Nachfrage seitens der Abnehmer sorgte dafür, daß sich die Auftragseingänge rückläufig entwickelten. Insgesamt wurden trotz einer lebhaften Nachfrage der europäischen Automobilindustrie im vergangenen Jahr um rund 40.000 t weniger ausgeliefert als 1995. Die rigiden Sparpläne der meisten europäischen Länder trafen vor allem den Langproduktebereich. Das erste Halbjahr war geprägt von verringerten Auftragseingängen sowohl vom In- als auch vom Ausland. Mit dem Inkrafttreten des Schieneninfrastrukturinvestitionsgesetzes hat sich jedoch zumindest die Nachfrage nach Schienen in Österreich belebt. Im Produktbereich Walzdraht wurde aufgrund des sinkenden Bedarfs ein sukzessiver Preisverfall beobachtet. Zufrieden war man im Bereich Betonbewehrungsstahl, wo insbesondere im 3. Quartal vermehrt Bestelleingänge registriert wurden.

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