Gewerbeverein: Die Spitzenverdiener von Brüssel

Wien (OTS) - In den Staaten der EU zwingen Vernunft und Sparpakete, die Gehälter der Beamten einzubremsen.

Die Gehälter der 20.000 EU-Mitarbeiter werden jedoch jährlich entsprechend dem Lebenshaltungskosten-Index angepaßt. Das alleinige Vorschlagsrecht bei der Festlegung des Gehaltsgefüges inklusive etwaiger - und sicher notwendiger - Kürzungen, liegt alleine bei der Kommission in Brüssel.

In Österreich werden Gehälter im öffentlichen Dienst zwar auch von der Regierung ausverhandelt, aber doch vom Parlament genehmigt.

Ist also die EU - wie sie immer wieder betont - föderalistisch strukturiert, so ist es ihre Pflicht, die Mitgliedsstaaten in den Gehaltsfindungsprozeß der EU-Beamten vollständig miteinzubeziehen.

Der Österreichische Gewerbeverein sieht dies insbesondere als eine Verpflichtung, sind doch die Gehälter der EU-Beamten im Schnitt mehr als doppelt so hoch, wie jene ihrer österreichischen Kollegen. Und nur wegen allfälliger besserer Fremdsprachenkenntnisse muß ja ein Gehalt nicht gleich verdoppelt werden.

Man braucht sich nicht zu wundern, daß sich viel Unmut gegen die Brüsseler Bürokratie richtet. Einiges davon ist systemgebunden und daher unvermeidlich. Die Höflichkeit und die Dämpfung des Unmutes gegen Brüssel - so der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins, Prof. Friedl Bakalowits - würde es schon alleine diplomatisch für opportun erscheinen lassen, wenn man den Zahler - nämlich die EU-Mitgliedsländer - in den Gehaltsfindungsprozeß miteinbezieht; und nicht nur die Kommissare, die für ihre Mitarbeiter stets das Allerbeste wollen - aber aus der Tasche Dritter.

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