KfV-FACHINFORMATION: 0,5 PROMILLE-GEGENER VERWENDEN EINSEITIGE UND GEFÄHRLICHE ARGUMENTE Verurteilung schon ab 0,5 Promille möglich !

Wien (OTS) - "Fachlich unrichtig, einseitig, aus dem Zusammenhang gerissen, gefährlich und irreführend", sind laut Kuratorium für Verkehrssicherheit viele der von den Gegnern der Senkung der Promillegrenze vorgebrachten Argumente.

So wird etwa behauptet, daß mehr als die Hälfte aller Alkoholunfälle bei Alkoholisierung des Lenkers über 1,5 Promille passieren. Das ist fachlich so unrichtig. Eine Studie besagt lediglich, daß über die Hälfte der kontrollierten alkoholisierten Lenker zum Zeitpunkt der Kontrolle mehr als 1,5 Promille hatten. Diese Studie stammt allerdings aus der Zeit, als die Exekutive nur mit Verdacht Alkoholkontrollen durchführen konnte, d.h. es sich bei diesen Zahlen nur um die deutlich sichtbare Alkoholisierten handelte. Tatsächlich werden natürlich auch Unfälle durch geringere Alkoholisierungen verursacht.

Auch die Aussage, "nur" 5 % aller Alkoholunfälle passierten zwischen 0,5 und 0,8 Promille, und deshalb sei eine Senkung der Promillegrenze nicht nötig, ist gefährlich und kurzsichtig. Denn, sollten die Zahlen aus der zitierten deutschen Studie stimmen, handelt es sich in Österreich um immerhin 10 - 15 Tote pro Jahr, die vermieden werden könnten. Und weiters ist durch wissenschaftlaiche Studien aus Ländern, die die Promillegrenze bereits gesenkt haben, belegt, daß durch diese Senkung des gesetzlichen Alkoholisierungsgrades generell die Blutalkoholwerte am Steuer absinken. Auch in den hohen Promillebereichen sind signifikante Absenkungen zu verzeichnen.

Außerdem wird in manchen Stellungnahmen völlig übersehen, daß bei der derzeitigen gesetzlichen Lage in Österreich die Kraftfahrer in scheinbarer Sicherheit gewiegt werden, tatsächlich aber schon ab 0,5 Promille mit einem Bein im Kriminal stehen. Denn im Falle eines Unfalles mit Personenschaden reicht eine Alkoholisierung ab etwa 0,5 Promille bereits für eine gerichtliche Verurteilung. Bei 0,5 Promille Blutalkoholgehalt ist das Unfallrisiko doppelt so hoch, bei 0, 8 Promille bereits viermal so hoch.

Das Kuratorium für Verkehrssicherhiet hat im Sommer 96 mit einer weltweit einzigartigen Studie bewiesen, daß bei Autofahrern mit 0,7 Promille die Reaktionszeiten bereits um rund 30% gegenüber den nüchternen Fahrern verlangsamt waren, die Wahrnehmung von Verkehrssituationen auch um 1/3 geringer war und daß an einem gestellten Hindernis nur Fahrer (20%) der alkoholisierten Gruppe verunfallten.

Das KfV lädt alle Gegner der 0,5 Promillegrenze zur gemeinsamen Ansicht und Diskussion dieser auf Video dokumentierten Testergebnisse ein.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Abt. f. Öffentlichkeitsarbeit /
Herbert Koczera
Tel.: 71770 - 122
e-Mail: kfv@kfv.telecom.at

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFV/OTS