E-Wirtschaft will an Bundesförderungen für erneuerbare Energie verdienen

Wien OTS) - Als 'Trojanisches Pferd' bezeichnet der Bundesverband Erneuerbare Energie den aktuellen Vorschlag der E-Wirtschaft zur Förderung von Strom aus Wind, Sonne und Biomasse. Im Gegenzug für 60 Millionen Schilling, die die E-Wirtschaft in einen bundesweiten Fördertopf einzubringen bereit ist, soll das Wirtschaftsministerium einer Absenkung der Einspeiseentgelte für sauberen Strom von derzeit 63,4 auf 50,8 Groschen pro Kilowattstunde zustimmen. Damit würde sich die E-Wirtschaft an den soeben geförderten Anlagen über eine Amortationszeit von 15 Jahren tarifseitig mindestens 90 Millionen Schilling ersparen. Die Differenz von 30 Millionen Schilling hätte der Steuerzahler zu tragen.

Diesen Vorschlag brachte die E-Wirtschaft in aktuelle Verhandlungen über eine Förder-Regelung für Strom aus erneuerbaren Energieträgern ein, die Wirtschaftsminster Farnleitner realisieren soll. Schon die bestehende Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energieträgern von durchschnittlich 63,4 Groschen pro Kilowattstunde liegt im europäischen Vergleich im Schlußfeld und entspricht nicht der Vorgabe des aktuellen Energiekonzepts der Bundesregierung. Das stellt fest, daß 'die Einspeisung von aus erneuerbaren Energien erzeugtem Strom durch Maßnahmen, insbesondere Zuschläge auf die Einspeistarife, zu fördern' ist.

Mag. Ulfert Höhne vom Bundesverband Erneuerbare Energie: "Der aktuelle Modellvorschlag der E-Wirtschaft und des Wirtschaftsministeriums würde einen Rückschritt bedeuten. Allein im Bereich Wind könnten nur etwa 7 Anlagen errichtet werden. Statt aus einen kleinen Topf Alibiprojekte zu realisieren, sollte das Wirtschaftsministerium für faire Tarife sorgen, die Strom aus Sonne, Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft endlich wettbewerbsfähig machen". Den Tarifvorschlag der E-Wirtschaft bezeichnet der BVEE als indiskutabel, er gehe zulasten der Steuerzahler, denn: je geringer die Einspeisevergütung, desto höher wird der Förderbedarf durch die öffentliche Hand. Höhne: "Mit diesem Schachzug will die E-Wirtschaft die Nutzung erneuerbarer Energieträger als unwirtschaftlich diskreditieren - genehmigt sich aber gleichzeitig 160 Groschen pro Kilowattstunde für Strom aus dem Kraftwerk Freudenau".

Sollte der Tarifvorschlag - etwa aus Gründen der 'Vereinfachung' -auch auf bestehende Anlagen angewandt werden, würde sich die E-Wirtschaft weitere 120 Millionen Schilling pro Jahr ersparen.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie vermißt klare politische Vorgabe von Seiten des Wirtschafts- und des Umweltministeriums für die aktuellen Verhandlungen und appelliert an die Regierung, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, daß in 10 Jahren mindestens weitere 5% des Strombedarfs aus neuen ernuerbaren Energieträgern gedeckt werden. Dieses Ziel kann durch faire Tarife für Strom aus Wind, Biomasse, Sonne und Kleinwasserkraft erreicht werden.

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Mag. Ulfert Höhne
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