Lenzing: Aktionaersbrief der Lenzing AG

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Fragen bitte an Dr. Rosemarie Schuller unter Tel 07672/701/2713 richten.

Ad-Hoc Mitteilung von: Lenzing
Teil 2

USA:

Der Viskosefaserverbrauch in den USA ging 1996 um rund 12 Prozent gegenüber 1995 zurück; die Preise zeigten eine ähnlich dramatische Abwärtstendenz.
Unsere Tochtergesellschaft Lenzing Fibers Corp. (LFC) hatte zu Jahresbeginn 1996 mit hohen Zellstoffpreisen zu kämpfen, die in
den Faserpreisen in keinster Weise untergebracht werden konnten. Hinzu kamen technische Probleme, die Umbauarbeiten in der
Produktion notwendig machten. Dies führte zu einer Unterauslastung der Kapazitäten, weshalb 1996 bei LFC erhebliche Verluste hinge nommen wurden. Zur Stabilisierung des Unternehmens mußten 1996 nachrangige Darlehen der Lenzing AG an die LFC geleistet werden.
In der Bilanz der Lenzing AG 1996 wurden aus Vorsichtsgründen Wertberichtigungen für bisher vergebene Darlehen an LFC vorgenommen, ebenso wurde der Beteiligungsansatz der LFC wertberichtigt. Der konsolidierte Umsatz der LFC betrug
1,2 Mrd. ÖS (nach 1,4 Mrd. ÖS zuvor).

SÜDAMERIKA:

1996 war das erste operative Jahr unserer Zellstoff-Beteiligungsgesellschaft Bacell S.A., an der die Lenzing AG 38 Prozent der Anteile hält. Obwohl der Produktionsstart zu Jahreswechsel bei noch hohen Zellstoffpreisen erfolgte, konnten substantielle Mengen bei guter Qualität erst ab Jahresmitte verkauft werden, als die Zellstoffpreise wieder gesunken waren. Im weiteren Jahresverlauf konnte Bacell nahe der Nennkapazität von rund 115.000 Tonnen Zellstoff p. a. produzieren, wobei die
erzielten Qualitäten äußerst erfreulich waren.

Aufgrund der anhaltenden Stärke der brasilianischen Landeswährung gegenüber dem US-Dollar in Verbindung mit dem schwachen Zellstoffmarkt blieb das Ergebnis deutlich hinter den Erwartungen zurück. Bacell wird in der Konzernbilanz equity-konsolidiert, weshalb der Umsatz nicht in der Konzernbilanz aufscheint.

LYOCELL-FASERN

Die 100 %-Tochtergesellschaft Lenzing Lyocell Ges.m.b.H. & Co KG errichtet derzeit die erste Lyocell-Großanlage in Heiligenkreuz im Burgenland und bereitet die Vermarktung unserer neuen Faser vor.
Der Bau schreitet plangemäß voran. Insgesamt wurden bis Ende 1996 eine Milliarde ÖS verbaut und bezahlt, sowie zusätzlich fast weitere 500 Mio. ÖS geordert. Nachfragevolumina und Preise für Lyocell-Fasern, die derzeit von Lenzing in einer Pilotanlage in Lenzing hergestellt werden, entwickeln sich sehr
zufriedenstellend. Die Inbetriebnahme der Großanlage in Heiligenkreuz ist für Jahresmitte 1997 mit zunächst rund 12.000 t Jahreskapazität vorgesehen.

LENZING AG -
NICHT FASERSPEZIFISCHE GESCHÄFTSFELDER

GESCHÄFTSBEREICH FOLIEN

Der Umsatz lag mit 542 Mio. ÖS unter dem des Jahres 1995 (580 Mio. ÖS) bei unbefriedigenden, aber klar positiven Erträgen. Zur Sicherung der Wachstumschancen wurde 1996 ein umfangreiches Investitionsprogramm für PTFE-Produkte in Höhe von rund 100 Mio. ÖS erfolgreich abgeschlossen. Lenzing-PTFE-Produkte werden für hochwertige Dichtungs- und Packungsgarne eingesetzt.

1997 erwarten wir eine deutliche Verbesserung der Ertragslage.

LENZING TECHNIK

Der abgerechnete Umsatz unseres Anlagenbau- und Engineering Geschäftsbereiches konnte auf
551 Mio. ÖS (nach 343 Mio. im Jahr zuvor) angehoben werden. Dies war auf die Fertigstellung von Großprojekten, darunter ein Zellstoffauftrag in Alaska und Lieferungen für die dritte Linie
der Lenzing-Beteiligung South Pacific Viscose zurückzuführen. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend.

1996 erhielt Lenzing-Technik wieder beachtliche Großaufträge, darunter jenen für die Errichtung einer Viskosefaserproduktion in Indien (Auftragsvolumen 430 Mio. ÖS). 1997 ist wieder mit einem guten Ergebnis zu rechnen.

LENZING PAPIER

Das erste Halbjahr 1996 brachte einen schwachen Markt bei Rückgängen in Verkaufspreisen und Rohstoffkosten. Ab dem dritten Quartal erfolgte eine Trendumkehr durch Auffüllen der leeren
Lager, Preiserhöhungen waren jedoch nur in bescheidenem Ausmaß möglich.

Zwei Wochen Betriebsstillstand im August wurden zu Umbauarbeiten genutzt. Trotz dieses Stillstandes wurde die Produktion weiter gesteigert und aufgrund der flexiblen Sortenstruktur und der weiteren Spezialisierung auf hochwertige Nischenprodukte ein
nahezu ausgeglichenes Ergebnis erzielt.

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