Goldbergers Anwalt kündigt volle Berufung an

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 21/97 22.5.97

Wien (OTS) - * Zivilgericht soll beim ÖSV Aufhebung der "Sommersperre" erwirken.

* Goldis Anwalt sieht "Grundsätze des fairen Verfahrens" verletzt.

* Toni Innauer appelliert zur "Vernunft" auf beiden Seiten.

Wien (OTS) - Wie in der am kommenden Donnerstag erscheinenden Ausgabe von NEWS berichtet wird, will der Anwalt des Schispringers Andi Goldberger das in der Vorwoche gefällte Urteil des ÖSV-Disziplinarsenates "vollinhaltlich bekämpfen". Nach intensiven Gesprächen am Pfingstwochenende sei man zu dem Entschluß gekommen, daß der Schuldspruch der Sportrichter "so auf keinen Fall stehenbleiben" kann. Als ersten Schritt will Anwalt Johannes Ratschiller beim zuständigen Zivilgericht per einstweiliger Verfügung eine Aufhebung der sechsmonatigen Wettkampfsperre erwirken. Der Jurist im Interview mit NEWS: "Andi braucht die Mattenkonkurrenzen als Vorbereitung für die Wintersaison." Die Sperre käme zudem einem "Berufsverbot" gleich.

Außerdem sieht Goldbergers Anwalt die "Grundsätze des fairen Verfahrens" verletzt. Ratschiller beklagt, daß er bis zum Verhandlungstag keine Einsicht in die Goldberger belastenden ÖSV-Akten bekommen hatte. Er selbst durfte lediglich fünf Minuten für seinen Mandanten plädieren.

Letztlich sieht der Advokat in dem Urteil eine "Vorverurteilung" Goldbergers im Hinblick auf dessen möglichen Strafprozeß. Der Anwalt:
"Der ÖSV hat Goldberger für etwas bestraft, wofür eigentlich der Staat zuständig ist."

Toni Innauer, ÖSV-Chef für die nordischen Athleten, reagierte auf Goldis angekündigte Rechtseinwände mit einem letzten Aufruf an die Vernunft: "Wir brauchen Andi Goldberger sportlich für das ÖSV-Team. Es sollten sich jetzt beide Seiten in aller Ruhe zu einem Gespräch zusammensetzen."

Offiziell jedenfalls bleibt der ÖSV jedenfalls hart und will auch das Privattraining des Kokain-Sünders unterbinden: Für Ende Mai wurde Andi Goldberger zum Trainingslager ins Sportgymnasium Stams einberufen.

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