KFV: "Verkehrssicherheitspaket völlig ausgehöhlt" Tragischer Tod eines 15-jährigen Mopedfahrers in Oberösterreich sollte Politiker wachrütteln

Wien (OTS) - Unfallzahlen steigen drastisch - 17 Tote und 750 Verletzte am Pfingstwochenende =

Gegen die zwischen den Koalitionspartnern
ausgehandelte Zerstückelung des seit langem vorliegenden Verkehrssicherheitspakets wendet sich das Kuratorium für Verkehrssicherheit mit Vehemenz. Das Maßnahmenpaket soll Mittwoch, den 21.5.97 nach einem scheinbar endlosen Hindernislauf nun endlich im Ministerrat behandelt werden. Aufgrund des Widerstandes der ÖVP wurden jedoch die wichtigsten Punkte wie "Punkteführerschein" und "0,5 Promille im Straßenverkehr" herausgenommen.

Ein tragisches Beispiel dafür, was passiert, wenn 15-jährige Moped fahren, zeigt ein Unfall, der sich dieses Wochenende in Oberösterreich ereignet hat. Zwei Burschen, 15 und 17 Jahre alt, bohrten sich mit einem geborgten Motorroller auf dem Heimweg nach einem Discobesuch in eine Hausmauer. Der 15-Jährige starb auf der Stelle, sein Freund wurde schwerst verletzt.

Dazu das KfV: "Die Überreste des "Verkehrssicherheitspakets" verdienen diesen Namen nicht mehr. Im Gegenteil: Punkte wie die Herabsetzung der Moped-Altersgrenze auf 15 Jahre oder die Zulassung von Leichtmotorrädern mit B-Führerschein bedeuten einen wesentlichen Rückschritt für die Verkehrssicherheit und können zu einer zusätzlichen Steigerung der Unfallzahlen beitragen."

Das Pfingswochenende hat wieder einmal schmerzlich gezeigt, wo eine Verkehrspolitik ohne so wichtige Maßnahmen wie 0,5 Promille-Grenze, Punkteführerschein und Fahren mit Licht am Tag hinführt: zu einer drastischen Steigerung der Opferzahlen. So kamen von Freitag, 16.5.97 bis Montag 19.5.97 in Österreich nach bisher vorliegenden Zahlen 17 Menschen ums Leben, das sind um 12 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Es ereigneten sich 587 Verkehrsunfälle mit Personenschaden bei denen 750 Personen verletzt wurden. Das entspricht einer Zunahme der Verkehrsunfälle um 37,1 % und der Verletzten um 31,8 %.

In der Woche vom 12. bis 19. Mai 1997 starben im Strassenverkehr 33 Menschen, im Vorjahr waren im gleichen Zeitraum "nur" 14. Hauptunfallursache war in rund 50 % aller Fälle wieder einmal überhöhte Geschwindigkeit.

Wollen die Politiker diesem Sterben auf den Strassen wirklich nichts entgegensetzen?

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KfV/Pressestelle/
Mag. Barbara Pirklbauer

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