Europaparlament will Erneuerbaren Energie forcieren

Österreichische Einspeisbedingungen im Schußfeld Europas

Wien (OTS) - Ehrgeizige Zielvorgaben und weitgehende Förderungen für erneuerbare Energie forderte heute das Europaparlament mit seiner Abstimmung über Berichte zum "Grünbuch erneuerbare Energie". Aus diesem Anlaß kritisiert der Bundesverband Erneuerbare Energie (BVEE) den aktuell diskutierten Entwurf für ein österreichisches Fördermodell, der einen weiteren Rückschritt gegen über der Schlußlichtposition im europäischen Vergleich bedeuten würde. Im Gegensatz zur gesamteuropäischen Entwicklung, Stromerzeugung aus Erneuerbaren durch erhöhte Einspeistarife marktfähig zu machen, sieht der aktuelle Vorschlag der E-Wirtschaf Tarife vor, die unter dem durchschnittlichen Verbundtarif liegen.

Kernpunkt der gestern und heute beschlossenen Berichte des Europaparlaments zum Grünbuch "Energy for the Future: Renewable Sources of Energy" sind die Forderungen nach einer "gemeinschaftsweiten Einspeiseregelung", die Einführung von "Vergütungsregelungen, die ausreichend und differenziert für die Markteinführung erneuerbarer Energiequellen ist und der schrittweisen Marktöffnung im Elektrizitätsmarkt Rechnung tragen", sowie eine Zielsetzung von 15% Deckung des Energiebedarfs aus Erneuerbaren bis 2010. Energiekommissar Christos Papoutsis kündigte an, auf Basis der Abstimmung des Europaparlamentes bis Ende des Jahres ein Weißbuch und einen Aktionsplan für erneuerbare Energie vorzulegen. Papoutsis will darin ein quantitatives Ziel vorgeben, das sowohl ehrgeizig als auch realistisch ist und eine Rechtsgrundlage für erneuerbare Energiequellen schaffen.

Während auf europäischer Ebene die Notwendigkeit erkannt wird, Erneuerbare nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus technologiepolitischen und volkswirtschaftlichen Gründen zu forcieren, droht in Österreich derzeit eine massive Verschlechterung der Situation. Ulfert Höhne vom BVEE: "Statt wie europaweit üblich faire Preise für sauberen Strom zu zahlen, schlägt das Wirtschaftsministerium mit einer drastischen Reduktion gegenüber dem Verbundtarif nur Spottpreise vor". Kritik vom BVEE gibt es auch für die Höhe geplanten Födertopfes: 1996 sind 28 Windkraftanlagen errichtet worden, mit den jetzigen Mitteln ließen sich gar nur rund 7 Anlagen realisieren. Gleiches gelte für Biomasse und Photovoltaik, die Kleinwasserkraft würde leer aussteigen.

Der BVEE fordert eine Zielsetzung von zumindest weiteren 5% Strom aus Erneuerbaren bis 2007, das durch einen Mix von fairen Tarifen, die im europäischen Spitzenfeld liegen, sowie Investförderungen für Photovoltaik, Wind- und Biomasseanlagen sowie Kleinwasserkraftwerken erreicht werden soll.

Rückfragen & Kontakt:

Birgit Kohlmaier-Schacht
Tel.: 02252 411 98

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS