Fleischer wehren sich gegen Vorwürfe der Landwirtschaft

Karl: "Einstandspreise von Rindfleisch werden sehr wohl seit EU-Beitritt an die Letztverbraucher weitergegeben

Wien (PWK) - Die Bundesinnung der Fleischer wehrt sich gegen Vorwürfe der Landwirtschaftskammer, die gewerblichen Fleischerbetriebe würden die gefallenen Einstandspreise bei Rindfleisch nicht an die Konsumenten weitergeben, im Gegensatz dazu die Preiserhöhungen beim Schweinefleisch jedoch sofort. ****

Laut Anton Karl, Bundesinnungsmeister der Fleischer, hat eine Erhebung bei den einzelnen Landesinnungsmeistern ergeben, daß die niedrigeren Einstandspreise von Rind- und Schweinefleisch sehr wohl an die Letztverbraucher weitergegeben wurden und dies bereits seit dem Beitritt zu EU nach dem jeweiligen Preisstand. Die Weitergabe erfolgte trotz gestiegener Lohn- und Energiekosten und der hohen Investitionen, die aufgrund des EU-Beitritts und der geänderten Hygienebestimmungen zu tätigen waren.

Betreffend der geplanten Weitergabe der enormen Schweinepreiserhöhung an die Konsumenten muß insbesondere darauf hingewiesen werden, daß die Preise bereits seit Jänner d.J. steigen und bis heute von den Fleischern die Entwicklung abgewartet wurde, sodaß sicherlich nicht von einer sofortigen Weitergabe gesprochen werden kann.

Der Einstandspreis hat sich ab Jänner d.J. bis zum heutigen Tag um mehr als 50 Prozent erhöht, wobei sich die Erhöhung seit der letzten Märzwoche besonders eklatant abzeichnet, da sie seit diesem Zeitpunkt bereits über 20 Prozent beträgt.

Der Grund für das Ansteigen der Schweinepreise liegt im Ausbruch der Schweinepest in den Niederlanden und in einigen Verwaltungsgebieten Deutschlands. In Spanien ist die klassische Schweinepest ebenfalls aufgetreten. Eine zusätzliche Belastung für den europäischen Schweinemarkt ist durch das Auftreten der Maul- und Klauenseuche in Taiwan bedingt, da sich Japan nun zunehmend auf dem europäischen Markt versorgt.

Der Umstand, daß sämtliche Fleischerbetriebe in ständigem Konkurrenzdruck mit den Supermarktketten und den direktvermarktenden Landwirten ihre Kalkulationen erstellen müssen, ist einer der Gründe, weshalb mit der Weitergabe des erhöhten Rohmaterialpreises an den Letztverbraucher zugewartet wurde.

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Robert Skoumal

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