Naturschutzengagement - Österreich braucht neuen Aufschwung

Internationale Konventionen müssen unterschrieben werden -Naturschutz darf nicht Maastricht-Opfer werden - Umweltdachverband fordert mehr Geldmittel national und international

Wien (OTS) - "Dem Umweltmusterschüler Österreich könnte beim Naturschutz ein Nachzipf drohen. Bei der Umsetzung des innovativen europäischen Schutzgebietsystems "Natura 2000" und bei der Zurverfügungstellung von Geldmitteln benötigen wir in Österreich einen neuen Aufschwung," forderte der Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU, Dr. Gerhard Heilingbrunner, bei der Eröffnung des Symposiums "Naturschutz (inter)national in Wien. Der Schutz unserer Naturlandschaften, die Erhaltung der bedrohten Tier-udn Pflanzenwelt darf nicht dem strikten Maastricht-Budgetkonsolidierungskurs zum Opfer fallen.

Natura 2000 soll europaweit für den Erhalt der biologischen Vielfalt von Pflanzen und Tieren sorgen. Die geforderte Nominierung von wertvollen Naturlandschaften als Natura 2000 Gebiete bietet innerhalb der EU einen besonders strengen Schutz und verhindert jede Verschlechterung eines Natura 2000-Gebietes. Sämtliche Maßnahmen, die das Natura 2000-Gebiet beeinträchtigen, müssen sich einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterziehen.

Bei der Ausweitung von Natura 2000-Gebieten, Landschaften mit Lebensräumen von besonders bedrohten Arten und einer gesamteuropäischen Bedeutung, fehlt es an der erforderlichen bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit. Unterbleibt die weitere Nominierung von Natur 2000 Gebieten durch einzelne Bundesländer, werden nict zusätzliche Naturschutzfinanzmittel zur Verfügung gestellt, können kofinanzierte EU-Naturschutzgelder aus Brüssel für Österreich nicht abgerufen werden, dann droht Österreich in Sachen Naturschutz der "Nachzipf", so der Umweltdachverband ÖGNU.

Gegen den Schutz von wandernden wilden Tieren?

"Österreich hat bis heute die Bonner Konvention zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten nicht unterzeichnet," so Heilingbrunner. Innerhalb der EU haben alle Mitgliedstaaten bis auf Griechenland und Österreich unterschrieben. Gerade bei wandernden Tierarten ist ein Schutz nur über Landesgrenzen hinweg möglich. Mit Stand vom 1. April 1997 verzeichnete die Bonner Konvention 49 Vertragsstaaten. Togo und Peru sind die jüngsten Mitglieder, Peru wird am 1. Juni des Jahres beitreten.

Ziel der Bonner Konvention ist der weltweite Schutz und die Erhaltung wandernder Tierarten. In Österreich sind dies u.a. der Seeadler, alle Störche, Gänse und Enten sowie die Fledermaus.

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