Erfolgsbilanz des Berufsförderungsinstitutes 1996 und

Fast 90.000 Bildungshungrige am bfi

Wien (OTS) - Das Berufsförderungsinstitut (bfi) der AK und des ÖGB, die größte Weiterbildungseinrichtung auf Arbeitnehmerseite in Österreich, konnte 1996 wieder eine große Anzahl an Bildungsinteressierten ansprechen. Bundesweit wurden 89.263 Teilnahmen gezählt. Das sind 13% bzw. 8.648 TeilnehmerInnen mehr als im Vorjahr. Sie besuchten insgesamt 8.651 Veranstaltungen in den zahlreichen Ausbildungszentren und Schulen.

Arbeitsplätze

Für eine arbeitnehmerorientierte Organisation ist es natürlich wichtig, selbst soviele Arbeitsplätze wie möglich anzubieten, und die Erfolgsbilanz der Berufsförderungsinstitute macht dies möglich: Die Anzahl der hauptberuflichen MitarbeiterInnen stieg auf 1.044 an. Damit unterstreicht das bfi einmal mehr, daß es österreichweit mit Abstand die meisten DienstnehmerInnen in der Erwachsenenbildung beschäftigt. Darüberhinaus sind noch etwa 5.000 MitarbeiterInnen auf Honorarbasis als Vortragende für das bfi tätig.

Ausweitung des Bildungsangebotes

Neben zahlreichen neuen Angeboten wie den Ausbildungen zur Sicherheitsfachkraft, zum betrieblichen Umweltbeauftragten, zum Qualitätsmanager, einem Management-Training für Frauen, dem Fachhochschul-Studiengang Europäische Wirtschafts- und Unternehmensführung und einem stark erweiterten EDV-Angebot, wurde im vergangenen Jahr verstärkt in den Bereichen Berufsorientierung und Berufsfindung expandiert, um die Chancen am Arbeitsmarkt für den einzelnen zu vergrößern. Darüberhinaus nutzt das bfi die Möglichkeiten, die sich durch den Beitritt zur Europäischen Union ergaben haben, aus und beteiligt sich als Träger und Partner an einer Vielzahl von transnationalen und innovativen Projekten im Rahmen der EU-Bildungsprogramme und Gemeinschaftsinitiativen.

Qualität fördern

Internes Qualitätsmanagement, Bildungsberatung, Ausbildungen im Modulsystem und die Weiterbildung der MitarbeiterInnen sichern das hohe Niveau der bfi-Angebote. "Eines unserer Hauptanliegen ist es, die Qualität unserer Bildungsarbeit intern sicherzustellen und ständig zu erhöhen", so die bfi-Geschäftsführer Franz-Josef Lackinger und Michael Sturm. Qualität fördern sollte auch für das Unterrichtsministerium künftig von mehr Bedeutung sein. Zu der von Ministerin Gehrer angekündigten Transparenz und Objektivität bei der Vergabe von Fördermittel an die gemeinnützige Erwachsenenbildung schlägt das bfi u.a. folgende Kriterien vor:

- Nachweis einer kontinuierlichen, für alle zugänglichen Bildungsarbeit durch die regelmäßige Veröffentlichung von Kursprogrammen;

- die Einhaltung arbeits- und sozialrechtlicher Vorschriften (zB:
Mindestlohntarif bei den Angestellten);

- die Transparenz bei den Kursgebühren durch die Offenlegung der Zahlungs- und Stornobedingungen.

Weiterbildungsinformation und -förderung sind öffentliche Aufgabe

Der rasch expandierende Weiterbildungsmarkt wird für die Interessierten immer unüberschaubarer. Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Weiterbildung darf Bildungsinformation nicht allein Sache der Anbieter sein, sondern muß - nicht zuletzt aus Gründen des Konsumentenschutzes - auch als öffentliche Aufgabe wahrgenommen werden. "In diesem Zusammenhang überrascht es umso mehr, daß sich das Unterrichtsministerium unmittelbar nach dem Europäischen Jahr des lebensbegleitenden Lernens aus dieser Verantwortung stiehlt," stellen die bfi-Geschäftsführer fest. Denn die Förderungen für EBIS - das Erwachsenenbildungs-Informationssystem, das diese wertvolle Funktion bislang wahrgenommen hat - werden mit Jahresmitte eingestellt. Damit scheint sich der Rückzug des Unterrichtsministeriums aus der Förderung der Erwachsenenbildung leider fortzusetzen.

"Ein Weiterbildungskuratorium, das die Kräfte aller befaßten Ministerien, der Länder und der Sozialpartner bündelt, könnte vielleicht neue Impulse geben", so Lackinger und Sturm, "damit die Erwachsenenbildung auch endlich in Österreich jenen Stellenwert bekommmt, der ihr hierzulande nur in Sonntagsreden zugeschrieben wird, sie ihn international aber schon längst innehat. Wir wir die großen Herausforderungen der Zukunft meistern werden, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie wir unser Bildungssystem zeitgerecht an die sich verändernden Bedingungen anpassen."

Rückfragenhinweis: bfi Österreich
Tel.: 586 37 03-11

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS