Managerbezüge: Klima präzisiert "Transparenz-Offensive" (Vorausmeldung zu NEWS 20/97 vom 15.5.97

Wien (OTS) - In einem Interview mit der morgen, Donnerstag, erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nimmt Bundeskanzler Viktor Klima zu den Plänen der Regierung Stellung, die Bestellung und Bezahlung von Managern in Rechnungshof-geprüften Unternehmen neu zu regeln. Laut Klima "Soll eine Expertengruppe Standardverträge ausarbeiten mit Regeln für die Benützung von Verkehrsmitteln, Pensionen oder Abfertigungen. Bestehende Verträge sind dabei einzuhalten." Klima: "Es darf nicht sein, daß eine kleine Bude mit 50 Leuten 4 Millionnen zahlt, wenn man dafür im Branchenvergleich nur 800.000 Schilling verdient." Klima will auf "Eigentümerlose Konstruktionen wie Genossenschaften und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, die nicht der öffentlichen Hand gehören" zur Teilnahme an dem neuen Modell überreden, und zwar in Form eines "Ehrenkodex".

In jedem Fall will Klima, "Auch wenn der eine oder andere Generaldirektor dagegen ist, daß sich die Nationalbank-Gagen der Gehaltspyramide der Parlaments unterziehen."

Und zu den Verträgen in öffentlichen Unternehmen generell: "Es gibt Systeme in Österreich, die sich über Jahrzehnte hinweg gerettet haben. Wo man mit 35 pensionsberechtigt ist und vieles mehr. Das muß weg."

Rechnungshofpräsident Fiedler gegen "Gehälterbericht"

Zum selben Thema meint Rechnungshofpräsident Fiedler in einem News Interview auf die Frage nach dem Sinn der "Managerpyramdie": "Das weiß ich auch nicht. Normalerweise legt der Gesetzgeber zuerst seine Zielsetzung fest und gießt sie dann in Paragraphen. Aber zu diesem Gesetz gibt es keine Erläuterungen. Ich kann daher nur raten was damit erzielt werden soll." Fiedler meint, daß etwa 8.000 Personen, "gefühlsmäßig eher mehr" in diesem Bericht angeführt werden müßten. Fiedler: "So ein Gagenüberblick ist nicht Aufgabe einer Prüfinstanz, sondern eine Tätigkeit, für die das Statistische Zentralamt viel besser geeignet ist. Es soll sich niemand der Illusion hingeben, daß wir unsere Prüfungstätigkeit voll aufrecht erhalten können, wenn wir diesen Bericht machen müssen."

Schließlich meint Fiedler, wichtiger als ein Gehälterbericht sei es, "dafür zu sorgen, daß gewisse Jobs nicht als Ausgedinge für altgediente Politiker oder Sekretäre verwendet werden."

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