Gewerbeverein: Sind die ÖBB wirklich gut?

Wien (OTS) - "Die Österreichischen Bundesbahnen sind jetzt dabei eine Erfolgsstory zu werden", erklärte gestern SPÖ-Abgeordneter Helmut Dietachmayr.

Man kann davon ausgehen, daß der Herr Abgeordnete schon lange nicht dieses Verkehrsmittel benützte, das den fünf "A"s vorbehalten bleibt: den Armen , den Alten, den Auszubildenden, den Ausländern und den Asozialen. Mit denen teilt der sozialdemokratische Herr Abgeordnete nicht das Abteil.

Wie die WIFO-Monatsberichte April 1997 mitteilten, ist die Produktivität der ÖBB noch immer niedriger, als die der Schweizer SBB oder der Deutschen Bundesbahn, die immer noch die Hypothek der ehemals DDR-Reichsbahn mit sich schleppt.

Wer aber die Bahn subjektiv bewertet, der kann wohl kaum das Wort Erfolgsstory damit assoziieren.

+ So differieren Kilometerangaben auf offiziellen Tickets für die gleiche Strecke um 10 Prozent, wenn diese an zwei verschiedenen Ausgabestellen ausgestellt werden. Wie zuverlässig ist die ÖBB-EDV überhaupt?

+ So muß man sich als Vollzahler von Semmering bis Wiener Neustadt mit einem Stehplatz begnügen, weil offenbar das lange Wochenende über die ÖBB überraschend hereinbrach. (IC Peter Rosegger am 11.5. abends)

+ So sieht man im gleichen Zug von Semmering bis Wien-Südbahnhof keinen Schaffner, der Karten ausgibt (Am Bahnhof Semmering ist abends der Schalter unbesetzt). Damit verzichtet die ÖBB großzügig auf 140,-je Fahrgast. Ja, wer den Staat für die Ausfallshaftung heranzieht, braucht offensichtlich nicht das zu tun, was jeder Friseur macht; für eine Dienstleistung auch ein Entgelt einzuheben.

Hier Herr Abgeordneter - nach der objektiven Befundung durch das WIFO und der subjektiven, die Sie vielleicht auch einmal selbst vornehmen sollten - eine Erfolgsstory daraus zu machen, ist wahrlich ein starkes Stück.

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