OeNB - Oesterreichische Nationalbank weist Forderung nach "Neugründung zum Zwecke der Staatsfinanzierung" schärfstens zurück

Wien (OTS) - In einer Pressekonferenz am 13. Mai 1997 hat
der Bundesobmann der Freiheitlichen, Dr. Haider, die
Neugründung der OeNB als österreichische Zentralbank gefordert, mit dem Ziel, die Reserven der Bank für die Budgetfinanzierung
zu verwenden.

Der Generaldirektor der OeNB, Wala, weist diese Forderung
nach Ingangsetzen der Notenpresse auf das Entschiedenste
zurück. Ein solcher Angriff auf die Unabhängigkeit der OeNB sei verantwortungslos und durch nichts zu rechtfertigen. Die Oesterreichische Nationalbank blickt auf eine lange Tradition
der Unabhängigkeit zurück - dies war unbestritten der ausdrückliche Wunsch des Gesetzgebers. Die Erfolge der österreichischen Wirtschafts- und Währungspolitik
- eine stabile Währung, d.h. ein stabiler Außenwert und eine niedrige Inflationsrate seit mehreren Jahrzehnten - sind der überzeugendste Beweis für die Richtigkeit dieser Entscheidung
des Parlaments.

Nicht zufällig befaßt sich die 25. internationale Volkswirtschaftliche Tagung der Oesterreichischen Nationalbank,
die zur Zeit in Wien abgehalten wird, mit dem Thema "Die
Bedeutung der Unabhängigkeit der Notenbank für die Glaubwürdigkeit der europäischen Geldpolitik". Wie Wala bei der Tagung hervorhob, sei die Unabhängigkeit der Notenbank
unabdingbare Voraussetzung für die Teilnahme an der dritten
Stufe der Währungsunion. Dementsprechend werde sie auch oft als
das "sechste Konvergenzkriterium" bezeichnet.

Angriffe dieser Art schwächen daher Österreichs anerkannte Position in Europa und tragen zu einer unnötigen Verunsicherung
der Sparer und Investoren dieses Landes bei. Dies kann nicht im Interesse Österreichs und der Zukunft dieses Landes liegen.

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