Neue Lehrberufe wie in Deutschland notwendig

Ausbildung auf Bedürfnisse der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes abstimmen

Wien (PWK) - "Der laufende wirtschaftliche und technische Wandel, die Entwicklung zur Kommunikationsgesellschaft und die Globalisierung der Märkte verlangen auch eine entsprechende Weiterentwicklung der beruflichen Ausbildung", erklärt Alfred Freundlinger vom ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) bei einem Pressegespräch. Für die Lehrlingsausbildung bedeutet das eine laufende Adaption der Inhalte der bestehenden Berufe sowie die Schaffung neuer Lehrberufe. ****

Das Thema "Neue Lehrberufe" gewinnt auch durch den starken Rückgang der Lehrlinge eine besondere Bedeutung. Während die Beschäftigtenzahl in der gewerblichen Wirtschaft von 1991 bis 1996 annähernd gleichgeblieben ist, ist die Zahl der Lehrlinge um 18 Prozent zurückgegangen. In der Sektion Gewerbe und Handwerk gab es 1996 7,2 Prozent mehr Beschäftigte als 1991, die Lehrlingszahl pro 1000 Beschäftigte ist aber von 113 auf 94 zurückgegangen. "Ein genauer Blick auf die Wachstumsbranchen innerhalb der Sektion zeigt allerdings, daß gerade in den Bereichen wie Unternehmensberatung und Datenverarbeitung, Technische Büros, Werbung und Marktkommunikation z.B. die wenigsten Lehrlinge ausgebildet werden", argumentiert Freundlinger.

Deutschland hat auf die neuen Entwicklungen bereits mit der Schaffung von fünf neuen Berufen in der Informations- und Kommunikationstechnik ab Herbst 1997 reagiert; ebenso die Schweiz mit dem Lehrberuf Informatiker. Diese neuen Lehrberufe sind insoferne beispielgebend, als in den Ausbildungsverordnungen ein Spielraum für eine individuell-betriebliche Schwerpunktsetzung gelassen ist.

"Wenn die Lehrlingsausbildung auf die Bedürfnisse der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes abgestimmt sein soll, müssen dringend neue Berufe in den aufstrebenden Wirtschaftsbereichen der Kommunikations-und Beratungsdienstleistungen geschaffen werden", fordert Freundlinger. Es könnten dies Berufe wie der EDV-Kaufmann oder der Netzwerktechniker bzw. Datenverarbeitungsassistent und speziell geeignete Büro- bzw. Verwaltungsberufe für die Bereiche Immobilienverwaltung, Wirtschaftsberatung, Gesundheitswesen etc. sein.

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Dr. Alfred Freundlinger

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