Geringfügig Beschäftigte am sozialen Abgrund

Dirnbergr verlangt Maßnahmen von Hostasch für die überwiegend

Wien (OTS) - betroffenen Frauen =

Die sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen für
"Geringfügig Beschäftigte" verführen immer mehr zur systematischen Umgehung der Pflichtversicherung. Damit werde vor allem der Verlust des Krankenversicherungsschutzes und von Pensionsversicherungszeiten für die Arbeiter und Angestellten bewußt herbeigeführt, kritisierte heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB). Bis zum Monatsentgelt von S 3.740,-- sind ArbeitnehmerInnen nur unfallversichert, jedoch nicht kranken-, pensions- oder arbeitslosenversichert. "Wie Sozialministerin Hostasch als ehemalige AK-Präsidentin dem noch immer untätig zusehen kann, ist mir völlig unverständlich", klagt Dirnberger.

Die Anzahl der "Geringfügig Beschäftigten" ist von 128.116 im Jahre 1994 auf 141.968 im Jahre 1995 auf den neuen Rekord im Jahre 1996 mit 154.553 gestiegen. Davon sind 72,3 % der Betroffenen Frauen. Im gleichen Zeitraum sind die versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse um 20.697 Arbeitnehmer zurückgegangen. Die neuen Ladenöffnungszeiten und sogenannten Flexibilisierungen haben statt Arbeitsplätzen vielfach eine Verdrängung aus regulären Arbeitsverhältnissen gebracht.

"Die Flucht aus der Sozialversicherung ist im Interesse einer gerechten Aufbringung der Mittel durch alle Unternehmen und der negativen Zukunftsfolgen für die betroffenen Arbeitnehmer sofort zu stoppen", verlangt Dirnberger rasche gesetzliche Maßnahmen von der zuständigen Sozialministerin Hostasch.

1. Keinesfalls darf die Grenze von derzeit S 3.740,-- angehoben werden.

2. Mehrere gleichzeitige "Geringfügige Beschäftigungen" sind im Hinblick auf die Pflichtversicherung statt der bisherigen Antragstellung durch den Arbeitnehmer auf Selbstversicherung automatisch von den Sozialversicherungsträgern zusammenzufassen.

3. Weiters ist neben der Einkommensgrenze auch eine Arbeitsstundengrenze einzuführen. Wird einer der Grenzwerte überschritten, tritt die Pflichtversicherung ein.

4. Für alle Arbeitnehmer, die trotzdem weiter unter den Grenzwert fallen, sind Überlegungen auf aliquote Leistungen und Zahlungen vorzunehmen.

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Alfred Dirnberger

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