Diskussion zum Thema Studiengebühren im Haus der Wirtschaft

Pro und Contra Studiengebühren beim bildungspolitischen Expertengespräch der Wirtschaftskammer Österreich

Wien (PWK) - Das "Bildungspolitische Expertengespräch", das von
der Wirtschaftskammer Österreich und dem ibw (Institut der Bildungsforschung der Wirtschaft) organisiert wird, war gestern nachmittag dem Thema "Studiengebühren - Studienfinanzierung" gewidmet. "Die Kostenexplosion von 64.000.- Schilling durchschnittlicher Ausgaben pro Hörer im Jahr 1980 auf 118.000,-Schilling 1995 und die bestehende Kostenpflichtigkeit bei der Weiterbildung berechtigt die Frage von Studiengebühren", erklärte WIFI-Kurator und ibw-Präsident Eduard Leischko bei seiner Einleitung zur Podiumsdiskussion im Haus der Wirtschaft. ****

Prof. Peter Paschen, Rektor der Montanuniversität Leoben sprach sich eindeutig pro Studiengebühren aus unter der Voraussetzung, daß "sie nicht zum Stopfen von Budgetlöchern herangezogen werden, sondern den Universitäten direkt zugute kommen" und zweitens keine sozialen Barrieren geschaffen werden. Sein Vorschlag sieht die Aufnahme eines privat finanzierten Bankkredites vor, der bei S 5.000 Studiengebühr pro Semester und einer Studiendauer von sechs Jahren S 60.000,-betragen würde. Die Rückzahlung des Kredites könnte nach zwei Jahren Berufstätigkeit aus dem eigenen Akademikergehalt erfolgen.

Ebenso pro Studiengebühr plädierte Hans Pechar vom IFF (Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung), allerdings gäbe es nach seiner Auffassung zwei Finanzierungsmöglichkeiten, nämlich entweder durch gestaffelte, vom Einkommen abhängige Elterngebühren oder auch durch ein Bankdarlehen, dessen Tilgung aber vom Einkommen abhängig sein soll. Zusätzlich würde er zwischen Voll- und Nebenerwerbsstudenten, die weniger Gebühren zahlen sollen, unterscheiden.

Thomas Muhr vom Sozialzentrum der Hochschülerschaft an der Uni Wien sprach sich entschieden gegen die Einführung der Studiengebühren aus, da das Studium durch das Sparpaket und den Abbau der Sozialleistungen ohnedies nicht mehr "gratis" wäre.

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