Kinder in der Krise

Wien (OTS) - Der tragische Fall des fünfzehnjährigen Helmut, dessen Unglück und dessen Tat so viele Gründe haben, soll uns alle daran erinnern, daß Kinder und Jugendliche oft unerträgliche Belastungen ertragen müssen. Wenn die Menschen, die ihnen nahestehen, selbst Probleme haben oder auch der Auslöser von Problemen sind, kann einige Zeit verstreichen, bis die Krise offen zum Ausbruch kommt.

Ein Hilfeschrei kann dann oft der letzte sein, aufgestaute Gefühle - Zorn, Wut, Trauer, Enttäuschung - können sich verschiedene Wege bahnen. Nicht immer endet eine Krise so tragisch wie in diesem Fall, und nicht alle tragischen Entwicklungen lassen sich verhindern. Aber es gibt Möglichkeiten, mit psychologischer Hilfe Entlastung und Krisenintervention zu bieten.

Oft kann schon ein einziges Gespräch einen Ausweg zeigen, die Entwicklung in eine andere Richtung lenken und aufgestaute Gefühle ausdrücken und verarbeiten helfen. Kurzfristige psychologische Betreuung über einige Wochen kann das Kind, den Jugendlichen oder auch Angehörige durch die Krise begleiten.

Vor allem im ländlichen Bereich gibt es (nach Meinung des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen) zuwenig Einrichtungen und Strukturen, die Menschen in Krisensituationen und auch deren Angehörigen rasch und unbürokratisch professionelle psychologische Unterstützung bieten können.

Auch im Schulbereich fehlt es den Lehrern an Möglichkeiten, schnell und effizient psychologische Beratung und Supervision zu bekommen, und vor allem mangelt es auch an qualifizierten Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrer, die ihnen das Wissen und die Fertigkeiten vermitteln, wie Krisen des Kindheits- und Jugendalters erkannt werden können und wie man auch als Pädagogin und Pädagoge Unterstützung bieten kann.

Und schließlich sollte jedes Kind und jeder Jugendliche - so wie das schon im Bereich der Ersten Hilfe geschieht - das grundlegende Wissen darüber erwerben können, wie man mit eigenen Krisen umgehen kann, wie man anderen Menschen "erste Hilfe" in Krisensituationen geben kann - und wie und wo man die geeignete professionelle psychologische Hilfe bekommt. Es gibt also noch einiges zu tun im Bereich der psychologischen Versorgung, der BÖP wird in seinen Gesprächen mit den verantwortlichen Politikern entsprechende Vorschläge machen.

Der Berufsverband Österreichischer Psychologen möchte in diesem Zusammenhang auch auf die kostenlose HELP-LINE des BÖP verweisen. Jeden Donnerstag von 16.30 - 19.30 Uhr sowie jeden Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr können unter der Telefonnummer (1) 407 91 92 Ratsuchende psychologische Hilfe erhalten.

Neben den psychologischen Beratungsstellen der öffentlichen Einrichtungen stehen in Österreich auch ca. 60 freiberufliche Klinische Psychologen zur Verfügung, bei denen man mit einer ärztlichen Überweisung auf Krankenschein kurzfristig ein erstes psychologisches Gespräch und eine psychologische Untersuchung in Anspruch nehmen kann.

Rückfragen & Kontakt:

Berufsverbandes Österreichischer
Psychologen
Mag. Monika Glantschnig - Büroleiterin
Tel: (1) 407 26 71
Fax: (1) 407 26 73
http://www.boep.or.at
email: buero@boep.or.at
oder
Dr. Elisabeth Honemann
Schriftführerin des BÖP
Tel: 02243/26 144

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