6 tote Motorradfahrer in einer Woche!

KfV warnt erneut vor "Leichtmotorrad mit B-Führerschein"

Wien (OTS) - Weiterer Anstieg der Totenzahl wäre die Folge -Industrie erwartet Boom bei Leichtmotorrädern - Warmes Wetter bringt wieder Motorrad-Boom und Unfälle - Auch erfahrene Biker sind gefährdet.

Die Erlaubnis, nach 5 Jahren mit dem B-Führerschein Leichtmotorräder mit bis zu 125 ccm lenken zu dürfen, wird vom KfV erneut abgelehnt. Ein diesbezügliches Gesetz wollen SPÖ und ÖVP rasch ausverhandeln und noch vor dem Sommer beschließen. Bei nur 6 Stunden praktische Ausbildung - ohne Theorie und Prüfung - soll es B-Führerscheinbesitzern nach 5 Jahren möglich gemacht werden, ein Leichtmotorrad zu lenken. Ein daraus resultierender Anstieg der Unfallzahlen sollte, so das KfV, von den zuständigen Politikern nicht verantwortet werden.

Seit wenigen Tagen ist es frühlingshaft warm in Österreich, was sich leider auch in der Unfallstatistik niederschlägt. So sind in der Woche vom 28.4. bis 4.5.97 insgesamt 16 Menschen im Straßenverkehr gestorben, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 15. Rund 40% der Unfallopfer kamen durch Motorradunfälle ums Leben. 5 Motorradfahrer und 1 Beifahrer, so lautet die traurige Schönwetterbilanz.

Unter diesem Gesichtspunkt weist das KfV darauf hin, daß Motorradfahren an sich gefährlich ist, das Unfallrisiko ist im Vergleich zum Autofahren rund 5 bis 6 mal größer. Wenn die von der Industrie erhofften jährlich 5.000 zusätzlichen Leichtmotorräder mit kaum ausgebildeten Lenkern auf der Straße sind, wird sich das auch negativ auf die Unfallstatistik auswirken. Das KfV meint dazu, daß man auch nach fünf Jahren im Besitz eines Führerscheines der Klasse B und Praxis im Straßenverkehr am Steuer eines PKW über keinerlei Erfahrungen mit der speziellen Problematik des Fahrens mit einspurigen Kraftfahrzeugen verfügt. Motorradfahren unterscheidet sich bei den Anforderungen, z.B. beim Kurvenfahren oder beim Bremsen, völlig von denen des Autofahrens.

In der Woche vom 28.4. bis 4.5.97 sind nach vorläufigen Zahlen insgesamt 16 Menschen bei Verkehrsünfällen gestorben. Darunter befinden sich 2 Fußgänger, 1 Radfahrer, 6 PKW-Lenker, 1 PKW-Beifahrer, 5 Motorradfahrer und 1 Motorrad-beifahrer. Die Hauptunfallursache war wieder einmal Fahren mit nicht angepaßter Geschwindigkeit (8), Überholen (3) und in je einem Fall Übermüdung, Unachtsamkeit, Vorrangverletzung und Sonstiges. In einem Fall ist die Unfallursache noch unbekannt.

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