Tschechische Republik: Exporte stagnieren, Investitionen steigen

Importdepotpflicht als großes Hemmnis für Österreichs Exporte Investitionen in die Tschechische Republik ungebrochen stark

Wien (PWK) - "1996 hat sich die Dynamik der bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der Tschechischen Republik gegenüber den vorangegangenen Jahren abgeschwächt. Erstmals ist es zu einer Stagnation bei unseren Exporten gekommen", berichtet Österreichs Handelsdelegierter in Prag, Josef Altenburger. Die österreichischen Ausfuhren betrugen 1996 wie im Jahr davor rund 16 Mrd. Schilling, was zu einem Rückgang des österreichischen Marktanteils von 7 Prozent 1995 auf 6 Prozent 1996 geführt hat. Österreich sei damit weiterhin drittwichtigster Handelspartner der Tschechischen Republik, eine Verbesserung der Exportzahlen stehe jedoch auch für das laufende Jahr nicht in Aussicht. ****

Als einen der Hauptgründe dafür führt der Handelsdelegierte die "von der tschechischen Regierung eingeführte Importdepotpflicht für Nahrungs- und Konsumgüter, die etwa 30 Prozent der österreichischen Lieferungen umfaßt" an. Besonders arg davon betroffen seien die kleineren und mittleren heimischen Exportfirmen, die eine zusätzliche finanzielle Belastung nicht so leicht verkraften können. Bei dem heutigen Österreich-Besuch des Ministerpräsidenten der Tschechischen Republik, Vaclav Klaus, sollte neben Integrations- und Grenzfragen unter anderem auch dieses Thema beim Zusammentreffen mit Bundeskanzler Viktor Klima sowie Vizekanzler und Außenminister Wolfgang Schüssel zur Sprache kommen.

Grundsätzlich bestehen aufgrund der positiven Wirtschaftsentwicklung in der Tschechischen Republik für österreichische Firmen nach wie vor vielversprechende Chancen am tschechischen Markt. Besondere Wachstumsbereiche und damit Exportmöglichkeiten seien vor allem in der Bauwirtschaft, der Verkehrsinfrastruktur, in den Bereichen Umweltschutz, Energie und Telekommunikation sowie bei Modernisierungsinvestitionen der privatisierten Unternehmen gegeben, so Altenburger.

Die tschechischen Importe nach Österreich erfuhren von 1995 auf 1996 eine Steigerung um fast eine Milliarde auf 13,5 Milliarden Schilling. Das bilaterale Handelsvolumen hat damit eine Höhe von fast 30 Mrd. Schilling erreicht. Österreichs Handelsbilanz mit der Tschechischen Republik blieb somit 1996 mit 2,5 Mrd. Schilling weiterhin im Positiven.

Bedeutend gestiegen sind bei den tschechischen Einfuhren vor allem Fertigwaren (+30 Prozent) und Verkehrsmittel (+12 Prozent). Diese beiden Warengruppen haben damit einen Anteil von etwa ein Drittel an den tschechischen Gesamtimporten aus Österreich erreicht, "was bei der rückläufigen Entwicklung bei Halbfabrikaten und Rohstoffen auf eine deutliche Strukturverbesserung der tschechischen Ausfuhren hinweist", erklärt der Handelsdelegierte. Zum Teil sei dieser Trend zweifellos auf das starke Investitions-Engagement österreichischer Unternehmen zurückzuführen, was mit vermehrten Lieferungen der Tochterbetriebe nach Österreich verbunden sei.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Referat Mittel- und Osteuropa IV
Tel. 50105 DW 4442

Dr. Wolfgang Harwalik

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK