Beitrag Österreichs zur CO2-Reduktion kann nur gering sein

"Das Toronto-Ziel ist bis 2005 nicht erreichbar" - Publikation "Umweltschutz der Wirtschaft" über Klimapolitik

Wien (PWK) - Die rasche Zunahme der Weltbevölkerung zwischen 1960 und 2020 von drei auf acht Milliarden Menschen bedingt eine markante Zunahme des Energieverbrauchs. Da auf den Einsatz fossiler Energieträger nicht verzichtet werden kann, muß auch weiterhin mit einem Anstieg der CO2-Emissionen gerechnet werden, und zwar von derzeit rund 21 Milliarden auf 28 Milliarden t im Jahr 2010. ****

Der Anteil Österreichs an den globalen CO2-Emissionen ist mit 0,26 Prozent nur marginal. Im Verhältnis dazu ist zB Österreichs Anteil am Welthandel rund viermal so groß. Diese Relation sollte auch den Stellenwert der Klimapolitik im Vergleich zur Wirtschafts- und Standortpolitik bestimmen. "Selbst eine äußerst optimistische Annahme einer CO2-Reduktion Österreichs im Ausmaß von 25 Prozent bis 2010 (rund 14 Millionen t) wird durch den globalen CO2-Anstieg von 7 Milliarden t um den Faktor 500 überkompensiert werden. Der globale Nettoeffekt wäre also höchstens zwei Promille", schreibt Wolfgang Ernst (OMV AG) in der jüngsten Ausgabe der von der Umweltpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich herausgegebenen Publikation "Umweltschutz der Wirtschaft". Diese Ausgabe ist diesmal unter anderem dem Schwerpunkt "Klimapolitik" gewidmet.

Im internationalen Vergleich ist die CO2-Intensität Österreichs vergleichsweise gering, da hierzulande erneuerbare Energieträger bereits einen fünfmal so hohen Anteil am Energieträgermix haben als in der EU (23,4 zu 4,9 Prozent). Auch sind die Erfolge Österreichs an der "CO2-Front" durchaus herzeigbar: Die Emissionen des Jahres 1994 lagen knapp unter dem Niveau des Jahres 1973. Während Österreichs Industrie von 1980 bis 1995 die Produktion um 44 Prozent ausweitete, gingen gleichzeitig die energiebedingten CO2-Emissionen um 29 Prozent zurück. Durch eine Vielzahl energiesparender und effizienzsteigernder Maßnahmen sowie durch Umstieg auf kohlenstoffärmere Energieträger wurde eine Entkoppelung von Produktionswachstum und CO2-Emissionen erreicht.

Das Toronto-Ziel, die CO2-Emissionen im Zeitraum 1988 bis 2005 um 20 Prozent zu senken, ist für Österreich nach Meinung des Autors bei realistischer Einschätzung nicht zu erreichen. Auch 1996 hat sich Österreich, wie in den Jahren zuvor, weiter vom Toronto-Ziel entfernt. Ebenso unrealistisch ist, wie Ernst anhand von Berechnungen darstellt, das von Österreich versprochene 25prozentige Reduktionsziel für den Zeitraum 1990 bis 2010. Auch fällt auf, daß alle Länder, die CO2-Reduktionen von mindestens 20 Prozent versprechen, einen mehr als doppelt so hohen Kohleanteil haben wie Österreich. "Diese Länder können daher eine deutlich und vor allem kostengünstigere CO2-Reduktion versprechen", kommentiert der Autor.

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Abteilung für Umweltpolitik

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