Wirtschaftskammer: Zukunft der Fachhochschulen absichern

Budgetplanung aus 1994 entspricht nicht mehr der Nachfrage Bereits jeder 10.Studienanfänger beginnt eine Fachhochschule

Wien (PWK) - "Die Errichtung von weiteren Fachhochschulen in Österreich ist aus budgetären Gründen in Zukunft unsicher", stellt Klaus Schedler von der Abteilung Bildungspolitik und Wissenschaft der Wirtschaftskammer Österreich ebenso fest wie auch der Vorsitzende des Fachhochschulrates Prof. Schelling, "da die Budgetplanung aus dem Jahr 1994, dem Zeitpunkt der Einführung, nicht mehr dem rasch steigenden Andrang der Studienwerber und der Bedarfslage am Arbeitsmarkt entspricht". ****

Die Zahlen der bisherigen Fachhochschulentwicklung zeigen deutlich die Notwendigkeit einer bedarfsorientierten Ressourcenzuteilung, so Schedler. Im laufenden Studienjahr gab es bereits etwa 2.200 Neuaufnahmen an Fachhochschul-Studiengängen. Demgegenüber sehen ca. 22.000 Studienanfänger an Universitäten einer unsicheren Zukunft entgegen. Bereits drei Jahre nach Beginn des Fachhochschulbereiches entscheidet sich jeder zehnte Studienanfänger für einen FH-Studiengang. Eine Auftragsstudie des AMS verdeutlicht nämlich die schlechter werdende Beschäftigungslage für Universitätsabsolventen, während die Berufsaussichten für Fachhochschulabsolventen nach wie vor von der Wirtschaft günstig bewertet werden, betont Schedler.

Derzeit warten 20 Fachhochschulanträge auf die Genehmigung des Fachhochschulrates. Einige wurden positiv erledigt, konnten aber noch nicht in Betrieb gehen, da es keine Einigung mit dem Bund hinsichtlich der Zusatzfinanzierung gibt. Die Wirtschaftskammer regt daher an, daß im Rahmen der Finanzierungsverträge des Bundes mit einzelnen FH-Trägern freiwerdende Mittel durch Studienabbrecher zur Finanzierung neuer Studiengänge verwendet werden. Weitere Finanzierungschancen bestünden insoferne, als bei den Fachhochschulvorhaben von vornherein Hörerzahlen anzustreben wären, die das Lehrangebot betriebswirtschaftlich vertretbar machen, argumentiert Schedler. Die regionale und fachliche Verzettelung, die keine organisatorischen Einheiten im Sinne echter Fachhochschulen ermöglichen, ist eine zur Zeit beobachtbare Entwicklung, der nicht weiter Vorschub geleistet werden sollte.

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Dr.Klaus Schedler

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