Abspeisen statt Einspeisen

E-Wirtschaft blockiert Zukunftstechnologien

Wien (OTS) - Trübe Aussichten für Strom aus Sonne, Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft sieht der Bundesverband Erneuerbare Energie (BVEE) nach einer ersten Verhandlungsrunde mit Bund, Ländern, Sozialpartnern und dem Verband der Elektrizitätswerke Österreich. Nach den Vorstellungen der E-Wirtschaft soll Österreich seine Position als europäisches Schlußlicht in Punkto fairer Vergütung für "Öko-Strom" weiter ausbauen, so der BVEE. Das sei ein Schlag ins Gesicht tausender Vorreiter in den Bereichen Wissenschaft, Produktion und Betrieb, die trotz aller Hindernisse schon in der Vergangenheit auf erneuerbare Energie gesetzt haben.

Mehr als vier Monate nach dem Auftrag des Parlaments vom Dezember des Vorjahres hat das Wirtschaftsministerium Mittwoch zu einer ersten Verhandlungsrunde über die künftige Förderung erneuerbarer Energie gebeten. Am Tisch lag ein Vorschlag für einen freiwilligen Fonds in der Höhe von rund 150 Millionen Schilling jährlich, der aus Mitteln des Bundes und der E-Wirtschaft gespeist werden soll. Zusätzlich könnten einzelne Länder nach Gutdünken ebenfalls dazu beitragen. Vorbedingung der E-Wirtschaft ist ein minimaler Einspeisetarif und hohe Netzgebühren für Strom aus erneuerbaren Energieträgern sowie die Förderung eigener Anlagen. Frühestmöglicher Termin für erste Förderungen ist nach Vorstellung des Wirtschaftsminiseriums Herbst.

Der BVEE dazu: "Es sieht so aus, als wollten sich die EVUs zumindest ebensoviel aus dem Topf herausholen, wie sie vorher scheinbar großzügig einbringen. Während im EU-Vergleich Strom aus erneuerbaren Quellen durch faire Tarife wettbewerbsfähig gemacht wird, will Österreich Zukunftstechnologien mit Alibilösungen abspeisen."

Der BVEE drängt weiter auf eine rasche und gerechte Regelung, um den hunderten umsetzungsreifen Anlagen eine Chance auf Ralisierung zu geben. Eine Förderregelung muß folgende Punkte umfassen, eine klare Zielsetzung von 5% weiteren Stroms aus erneuerbaren bis 2007, eine langfristige Verläßlichkeit und ein ausreichendes Fördervolumen. Gefördert werden soll Strom aus Biomasse, Biogas, Wind, Sonne und Kleinwasserkraft.

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Birgit Kohlmaier-Schacht, Ulfert Höhne
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