Geschäftsergebnis 1996 der Esso Austria AG

Wien (OTS) - Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte sich die Tendenz der gedämpften Benzinnachfrage mit einem Minus von 7% weiter fort. Ausschlaggebend waren unter anderem der weiterhin zunehmende Tanktourismus, strukturelle Schwächen des österreichischen Fremdenverkehrs und die rückläufigen Neuzulassungsziffern bei benzinbetriebenen PKWs. Hingegen stiegen die Neuzulassungen bei Diesel-PKWs um 27.4%. Dies führte zu einem Dieselverbrauchsanstieg von 6.2%.

Diese vorwiegend negative Tendenz erlaubte auf der Erlösseite keine Verbesserung des Esso Austria Geschäftsergebnisses von 1996.

Gleichzeitig führten die gegenüber den Nachbarstaaten wesentlich strengeren innerstaatlichen Umweltschutzforderungen - man denke nur an die jüngste Benzolreduktion - zu höheren Kosten, die keine ausreichende Deckung in den Verkaufspreisen finden.

Mit einem inländischen Verkaufsvolumen von rund 830.000 Tonnen konnten die Absatzziele der Esso Austria im abgelaufenen Jahr erreicht werden, dennoch ist das finanzielle Ergebnis trotz eines ausgewiesenen Bilanzgewinnes von 105 Millionen Schilling nicht zufriedenstellend.

Zwar stiegen die Nettoumsatzerlöse um rd. 400 Millionen Schilling auf 3.957,3 Millionen Schilling - davon waren 3.811 Millionen Schilling Inlandsumsätze und 146,3 Millionen Schilling Exporte - doch führte dies aufgrund der in gleicher Höhe gestiegenen Kosten für Rohöle und Fertigprodukte zu keiner Verbesserung des Betriebserfolges. Dieser betrug aus dem Mineralölgeschäft 36 Millionen Schilling; das bedeutet zwar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr von 25 Millionen Schilling, ist aber ausschließlich auf Kosteneinsparungen zurückzuführen.

Beim Anlagevermögen erhöhte sich der Nettobuchwert gegenüber dem Vorjahr um 159,6 Millionen Schilling auf 1.828,6 Millionen Schilling. Das immaterielle Anlagevermögen und das Sachanlagevermögen erhöhten sich um 2,6 Millionen Schilling, das Finanzanlagevermögen um 157 Millionen Schilling. Die Erhöhung des Finanzanlagevermögens resultiert zum Großteil aus der Kapitalerhöhung bei der Esso Hungaria.

Das Finanzergebnis von 89 Millionen Schilling beinhaltet 75 Millionen Schilling Erträge aus Organschaftsbeteiligungen, welche im Gegensatz zu 1995 wieder ein normales Geschäftsjahr widerspiegeln.

Obwohl das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 108 Millionen Schilling wegen des gedrückteren Finanzergebnisses nur rd. 5 Millionen Schilling über jenem aus dem Jahr 95 liegt, führte der Saldo aus den Rücklagenbewegungen insgesamt zu dem um rd. 20 Millionen Schilling höheren Jahresbilanzgewinn von 105 Millionen Schilling.

Der Cash-Flow betrug 245 Millionen Schilling, die inländischen Investitionen betrugen rd. 185 Millionen Schilling, davon wurden ca. 121 Millionen Schilling ins Tankstellennetz investiert.

Die anfangs geschilderte Entwicklung hatte vor allem auf das wirtschaftliche Ergebnis des Tankstellenbereiches einen negativen Einfluß. Das Ergebnis lag zwar etwas über dem Ergebnis von 1995, aber im internationalen Esso-Vergleich viel zu niedrig.

Die Gesamtzahl der Esso-Tankstellen in Östereich betrug zu Jahresende 1996 282, das waren 19 Tankstellen weniger als im Jahr zuvor.

Die Investition im Tankstellenbereich umfaßten den Neubau einer Großtankstelle in Wels, die weitere Modernisierung des Tankstellennetzes, sowie umweltrelevante Maßnahmen. Bis Ende 1997 müssen alle Tankstellen in Österreich mit dem Gaspendelsystem ausgerüstet sein. Aufgrund der durchgeführten Umbauten, wurde diese Verpflichtung bereits weitgehend erfüllt.

Das Industrie- und Verbrauchergeschäft hat sich - trotz des weiterhin starken Wettbewerbs - im letzten Jahr insgesamt positiver dargestellt als 1995, wobei sich die einzelnen Geschäftsbereiche recht unterschiedlich entwickelt haben. Während im Kraftstoffbereich der bestehende Marktanteil gehalten werden konnte, mußten z.B. im Bereich Flugkraftstoffe erhebliche Absatz- und Ertragseinbußen hingenommen werden. Im Bereich des Schmiermittelgeschäftes hat sich der Wettbewerb verschärft.

Auf der Versorgungsseite wurde die Verarbeitung eigenen Rohöles in der Raffinerie Schwechat wegen des zeitweilig ungünstigen Produktmix/Marktpreisverhältnisses zugunsten von Fertigproduktimporten bzw. inländischen Zukäufen reduziert.

Wie in allen früheren Jahren bildet die Arbeitssicherheit einen wichtigen Schwerpunkt. Das Operation Integrity Management System, kurz OIMS genannt, ist ein System, das die Esso Gesellschaften in aller Welt eingeführt haben mit dem Ziel, Unfallgefahren zu vermeiden und die Risiken für die Umwelt zu beherrschen. Dieses System wurde 1996 intensiviert.

Das Geschäftsergebnis der Österreichischen Fernwärmegesellschaft mbH., einer 100% Tochtergesellschaft der Esso Austria AG, wurde durch klimatische Einflüsse wesentlich beeinflußt. Bedingt durch die sehr niedrigen Temperaturen in den Anfangsmonaten des vergangenen Jahres war das Winterhalbjahr besonders umsatzstark. Die Akquisition wurde auch 1996 forciert, die betrieblichen Sicherheits- und Umweltstandards weiter verbessert.

In Ungarn waren zum Jahresende 19 Tankstellen in Betrieb und weiter Projekte befinden sich im Bau bzw. in Vorbereitung.

Die ersten Monate des Jahres 1997 zeigen auf dem Mineralölsektor keine Entspannung der unbefriedigenden Ertragssituation.

Rückfragen & Kontakt:

Esso Austria AG, Pressestelle
Dr. H. P. Weingartner
Tel.: (01) 50 140/312 DW

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS