Industrie startet Imagekampagne "Partner Industrie '97"

Veränderung der industriellen Arbeitswelt ist Schwerpunkt Industrieimage in der Bevölkerung noch von Klischees geprägt

Wien (PWK) - Das Image der Industrie und vor allem des
industriellen Arbeitsplatzes in der Bevölkerung ist immer noch von längst überholten Klischees geprägt. Gerade die letzten Jahre haben der Arbeit in der Industrie jedoch einen Wandel der Werte und Anschauungen beschert, dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und Wirtschaft noch nicht aufgearbeitet sind, stellten Joachim Lamel, Syndikus der Bundessektion Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich, und Lorenz Fritz, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, anläßlich der Auftaktpressekonferenz für die diesjährige gemeinsame Aktion "Partner Industrie" fest. ****

"Mit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von etwa 29% und rund 460.000 Beschäftigten im Kernbereich ist die Industrie Österreichs wichtigster Wirtschaftszweig und Basis für unser aller Wohlstand", betonte Fritz und zeigte sich erfreut, daß nun bereits zum zweiten Mal in Folge die Österreicher ebenfalls dieser Meinung sind, wie aus einer von Bundessektion Industrie und Industriellenvereinigung gemeinsam in Auftrag gegebenen Gallup-Studie hervorgeht. Bis 1994 sei immer die Landwirtschaft als wichtigster Wirtschaftssektor gesehen worden. Nun habe sich die Einstellung der Österreicher zur Industrie langsam, aber sicher der tatsächlichen Bedeutung für die heimische Wirtschaft angenähert.

"Leider verbinden die Österreicher mit Industrie zuallererst immer noch Begriffe wie Umweltverschmutzung, Fließbandproduktion, Gesundheitsgefährdung und Monotonie", so der IV-Generalsekretär weiter. Dabei habe sich kein anderer Wirtschaftszweig so dynamisch weiterentwickelt und modernisiert wie die Produktionswirtschaft. Der heutige industrielle Arbeitsplatz sei ein überwiegend sauberer und angenehmer, wenn auch die Ansprüche an die Mitarbeiter gestiegen sind.

Ziel der nun anlaufenden Partner Industrie-Imagekampagne - eine gemeinsame Aktion von Bundessektion Industrie der Wirtschaftskammer Österreich und Industriellenvereinigung - sei es, dieses "Imagedefizit" der Industrie zu korrigieren. Dazu werden Mitte Mai unter anderem zwei Broschüren aufgelegt, die dokumentieren sollen, wie sich die Industrie in den vergangenen Jahren gewandelt hat. Im Mai und Juni wird ein TV-Spot im ORF geschaltet, der mithelfen soll, den Österreichern ein realistischeres Bild zu vermitteln. Darüber hinaus wird am 6. Juni 1997 in einigen Bundesländern ein "Tag der Industrie" stattfinden, an dem Industriebetriebe die Bevölkerung einladen werden, einen Blick "hinter die Kulissen" zu werfen.

Die Imagekampage solle auch darauf aufmerksam machen, daß die schrumpfenden Beschäftigungszahlen, zum Teil auf "statistische Effekte" zurückzuführen sind. "Die heimischen Industrieunternehmen lagern eine immer größere Anzahl von Aufgaben an andere Betriebe aus", meinte IV-Generalsekretär Fritz, "die Tertiärisierung der Industrie ist in vollem Gange". Während im Jahr 1981 die Branche der industrienahen Dienstleister rund 53.000 Beschäftigte zählte, seien es 10 Jahre später bereits 140.000 gewesen. Die Wertschöpfung dieses Sektors betrage geschätzte 115 Mrd. S.

Wichtig sei dabei zu verstehen, daß neue Dienstleistungsjobs in und in der Nähe der Industrie nur geschaffen werden können, wenn es gelingt, einen ausreichenden Kern an sekundärer Industriestruktur im Lande zu halten, was derzeit nicht gesichert ist. Für eine Absicherung dieses Bereiches bedürfe es einer völlig neuen Dimension von Flexibilität, Entbürokratisierung sowie Kostenentlastung. Derart geschaffene neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich würden auch zu einer Entschärfung der Arbeitsmarktsituation führen.

Rückfragen & Kontakt:

Syndikus Dkfm. Joachim Lamel
Tel: 50105-3427

Bundessektion Industrie

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK