Arbeitswelt der Industrie ändert sich, die Politik ist gefordert

Lamel: "Überbordende Bürokratie verursacht zu hohe Kosten" 75% der Österreicher wollen flexibler arbeiten

Wien (PWK) - "Gerade die letzten Jahre haben der Arbeit in der Industrie einen Wandel der Werte und Anschauungen beschert, dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft und Wirtschaft noch nicht aufgearbeitet sind", betonte der Syndikus der Bundessektion Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich, Dkfm. Joachim Lamel, anläßlich einer Pressekonferenz zum Start der Imagekampagne "Partner Industrie '97". Die österreichische Industrie, so Lamel weiter, müsse auf die Globalisierung reagieren, um ihre Chancen zu wahren. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit hänge nicht zuletzt von der Anpassungsfähigkeit der institutionellen Rahmenbedingungen wirtschaftlicher Prozesse ab. ****

"Unvorstellbar, aber wahr" für den Syndikus sei, daß in der BRD 6.000 gewerberechtliche Verfahren im Jahr durchgeführt würden, während es in Österreich 15.000 sind. "Die Dauer der Genehmigungsverfahren beträgt in Deutschland 7 Monate, in Österreich 15 Monate". Diese Liste ließe sich, laut Lamel, noch fortsetzen. Der Politik müsse klar werden, daß nicht die Politik Arbeitsplätze schaffen kann, sondern nur gesunde Unternehmen, die wettbewerbsfähige Produkte verkaufen. "Eine überbordende Bürokratie, die schlußendlich nur hohe Kosten verursacht und die der Unternehmer bezahlen muß, behindert die Unternehmen nur".

Die diesjährige Partner Industrie-Aktion solle auch zeigen, daß vor allem der in der Industrie arbeitende Mensch, "sich darauf einstellen wird müssen, immer mehr dazu zu lernen", meinte Syndikus Lamel weiter. Auch würden die Unternehmer immer mehr gezwungen, die Arbeitskosten an den betrieblichen Ablauf anzugleichen. "Flexibilität der Arbeitszeit ist gefragt. 64% der österreichischen Bevölkerung sind davon überzeugt, daß mit einer flexibleren Arbeitszeit die österreichische Wirtschaft weiterhin erfolgreich bleiben kann. 75% der Bevölkerung - also die große Mehrheit - würde für sich selbst flexible Arbeitszeiten akzeptieren".

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Syndikus Dkfm. Joachim Lamel
Tel: 50105-3427

Bundessektion Industrie

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